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Review At The Movies – The Soundtrack Of Your Life Vol. 1 (Re-Release)

  • Label: Atomic Fire
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Hard Rock

Was tun, wenn einem während der Pandemie die Decke auf den Kopf fällt? Pretty-Maids-Keyboarder Chris Laney hat sich seiner Filmleidenschaft hingegeben: „Ich liebe es, eine Weile zu verschwinden. Die Welt abzuschalten und einfach mal für zwei Stunden an was anderes zu denken – letztes Jahr natürlich noch mehr als sonst. Während des Lockdowns habe ich mir also noch mehr Filme als sonst reingezogen, weil ich einfach nichts Besseres zu tun hatte“. Viele von uns können wohl nur zu gut nachvollziehen, dass man in diesen Zeiten einfach mal abschalten und in andere Welten eintauchen möchte. Beim reinen Filmgenuss blieb es allerdings nicht: Laney nahm eine Rockversion des Popsongs „Pop Goes My Heart“ aus der Hugh-Grant-Romcom „Mitten ins Herz“ auf und hat „ein paar Freunde angerufen, die richtig Bock haben“. Diese Freunde mit Bock haben klangvolle Namen wie Björn Strid (u.a. Soilwork, The Night Flight Orchestra und gefühlt alle Projekte, die in den letzten zwei Jahren nicht schnell genug auf den Bäumen waren), Pontus Norgren (Hammerfall), Morten Sandager (u.a. ex-Pretty Maids, ex-Mercenary), Pontus Egberg (King Diamond), Allan Sørensen (u.a. Royal Hunt) und Linnéa Vikström Egg (Therion, QFT).

Schnapsidee, Herzensprojekt, Zeitvertreib, Spaß mit Kollegen und Freunden – AT THE MOVIES ist von alldem etwas. Während des Lockdowns haben die Filmfans jede Woche einen neuen Coversong veröffentlicht, diese Sammlung wird nun als „The Soundtrack Of Your Life – Vol. 1“ von Atomic Fire Records neu veröffentlicht. Thematisch haben sich AT THE MOVIES Soundtracks von Filmen der 80er ausgesucht und dabei ein gutes Händchen bewiesen, wie schon der Opener „No Easy Way Out“ von „Rocky IV“ beweist: Aus der Boxer-Saga hätte man es sich etwa mit „Eye Of The Tiger“ auch einfach machen können, AT THE MOVIES aber bedienen sich lieber an den Pop- und Discosongs der Soundtracks, als an bereits rockigen Liedern. Erst eine eigene Note macht eine Coverversion schließlich interessant.

Dass AT THE MOVIES bei dieser Besetzung musikalisch auf absolut professionellem Niveau unterwegs sind, muss nicht extra erwähnt werden. Wichtig sind bei diesem Coveralbum daher die Songauswahl und die jeweilige Umsetzung, und beides ist gelungen. Den Discokrachern „Maniac“ („Flashdance“) und „Far From Over“ („Saturday Night Live”) steht das rockige Gewand vorzüglich, Björn Strid und Linnéa Vikström harmonieren in den Duetten ganz ausgezeichnet. Strid bewies ja mit The Night Flight Orchestra schon mehrfach, dass er als AOR- und Melodic-Rock-Sänger richtig aufblühen kann und drückt den Tracks seinen charakteristischen Stempel auf. Auch bereits rockigere Tracks wie „St. Elmo’s Fire (Man In Motion)“ („St. Elmo’s Fire“) oder „The Power Of Love” (“Zurück in die Zukunft“) passen als originalgetreue Umsetzungen wunderbar ins AT-THE-MOVIES-Konzept. Dass schmalzige Pop-Nummern wie „The Neverending Story“ oder „(I’ve Had) The Time Of My Life” (“Dirty Dancing”) ebenso gut auf das Album passen, wie die erwähnten Songs, ist eine große Leistung. Als besonderes Schmankerl gibt es den „Mad Max“-Hit „We Don’t Need Another Hero (Thunderdome)“ mit Ronnie Atkins anstatt Tina Turner am Mikrofon – Atkins ist einfach ein großartiger Sänger, was er hier einmal mehr unter Beweis stellt.

AT THE MOVIES schaffen das Kunststück, zwölf vorwiegend poppige 80er-Nummern in ein rockiges Gewand zu stecken und jedem Track den eigenen Stempel aufzudrücken. Dabei heben sich AT THE MOVIES genug von den ursprünglichen Interpreten ab, um interessante eigene Versionen zu kreieren, erhalten aber immer den Kern der Vorlage. Coveralben sind oft eine schwierige Nummer, „The Soundtrack Of Your Life – Vol. 1“ allerdings ist ein stimmiges Gesamtwerk mit gelungener Songauswahl und ebenso gelungener Umsetzung. Den Musikern ist die Freude an ihrem Projekt deutlich anzumerken und somit ist „The Soundtrack Of Your Life – Vol. 1“ eine Empfehlung für alle Fans von solider Rockmusik, Filmen und Soundtracks der 80er sowie liebevoll umgesetzten Coverversionen, die einfach Spaß machen.

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Wertung: 8 / 10

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