Review Black Stone Cherry – Folklore And Superstition

  • Label: Roadrunner
  • Veröffentlicht: 2008
  • Spielart: Rock

Es ist faszinierend, womit man als Musik-Redakteur heutzutage alles konfrontiert wird. Statt immer schnellerem, immer brutalerem Gebolze kommen auch schonmal vier Jungspunde aus dem amerikanischen Süden daher, die sich aufmachten, ihre groovige Mischung aus heimatverbundenem Country- und Hard-Rock, man kann es auch den Southern-Rock nennen, in die Welt hinaus zu tragen. Nachdem das auf dem Debütalbum wunderbar geklappt hat, steht inzwischen auch schon der zweite Longplayer Folklore and Superstition in den Läden.

BLACK STONE CHERRY, wie sich das Quartett nach einer billigen aromatisierten Zigarrenmarke nennt, leben darauf ihr Interesse an den Wurzeln und der Geschichte der südlichen Bundesstaaten aus. Dabei zelebrieren sie den grundbodenständigen, ehrlichen Hard Rock voller Groove und Harmonie, ohne den typischen Southern-Sound zu vernachlässigen, wobei auch die zweijährige Tourerfahrung nach dem Erstling ihren Teil dazu beigetragen haben dürfte, das Songwriting zu verfeinern.

Nachdem der Opener Blind Man mit rauem Gesang und fetten Gitarrenläufen gut vorlegt, schraubt Please Come In das Tempo etwas herunter und besticht durch eine melancholische Grundstimmung, die gleich darauf wieder ins Gegenteil verkehrt wird. Doch trotz nach Charterfolgen – zurecht – geradezu schreienden Balladen wie Things My Father Said oder Peace Is Free kommt auch der geneigte Metalfan auf seine Kosten. Reverend Wrinkle bietet einen schönen Part zum Moshen, Devil’s Queen zieht das Tempo ordentlich an und setzt Akzente durch Einsatz einer Hammond-Orgel. Auch an Soli haben die beiden Gitarristen nicht gespart.

Der Vierer präsentiert sich auf der zweiten Platte angenehm abwechslungsreich, reif und spielfreudig. Die Mischung aus Uptempo-Riffbrechern, rockigen Balladen und dem ganz eigenen, tief im Süden verwurzelten Flair weiß zu gefallen, die Melodien gehen gut ins Ohr und die Produktion von Bob Marlette bringt alle Facetten des Sounds zur Geltung, der von Chris Robertsons unaufdringlichem Gesang dominiert wird, welcher niemals gekünstelt klingt. Als besonderer Anspieltipp seien die abschließenden Songs Sunrise und Ghost of Floyd Collins genannt, in denen die Jungs nochmal alle Trademarks gekonnt verbinden.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.