Das Cover von "Magic Mountain" von Black Stone Cherry

Review Black Stone Cherry – Magic Mountain

  • Label: Roadrunner
  • Veröffentlicht: 2014
  • Spielart: Hard Rock

Mit drei Alben im Gepäck sind die Southern Rocker trotz ihres noch jugendlichen Alters sicherlich keine Newcomer mehr. Vielmehr hat sich die Truppe aus Kentucky in den letzten 13 Jahren als feste Größe in der Rockszene etabliert. Mit „Magic Mountain“ wollen es die Jungens erneut wissen und entfesseln ihre inzwischen vierte volle Platte.

Dass die Amis ihren Stil ausgerechnet auf Album Nummer vier radikal umkrempeln würden, hat wohl ohnehin niemand erwartet und so bieten BLACK STONE CHERRY auf „Magic Mountain“ einmal mehr ur-amerikanischen Hard Rock mit nicht zu überhörender Südstaaten-Schlagseite. Wie bereits der Opener „Holding On… To Letting Go“ oder auch „Bad Luck & Hard Love“ zeigen, oszilliert die Truppe dabei zwischen härteren Momenten im Fahrwasser von Bands wie Godsmack gepaart mit Refrains und ab und an auch Riffs aus der Nickelback-Schule und eher traditionellem Liedgut à la „Me And Mary Jane“ oder „Blow My Mind“ mit Kopfnicken in Richtung Lynyrd Skynyrd.

In gröberen Momenten haben (und wollen) BLACK STONE CHERRY dabei nicht ganz so viel Schmackes wie etwa die jüngst auf den Bühnen dieser Welt aufgetauchten Anti-Mortem oder auch Black Label Society und die teils etwas arg radiotauglichen Refrains machen in Verbindung mit der vermutlich sündteuren Breitwand-Produktion machen „Magic Mountain“ also eher zu Southern Rock als Southern Metal. Und um beim gerade angetönten Vergleich zu bleiben: Was BLACK STONE CHERRY ihren jüngeren Kollegen eindeutig voraus haben, ist die Routine von nicht ganz 15 Jahren.

Die Truppe aus Edmonton zockt ihren kernigen Southern Rock mit einer Coolness nahe dem Gefrierpunkt und garniert das ganze mit Whisky geschwängerten Leadgitarren, die stets auf den Punkt treffen – nie zu eindimensional, aber auch nie zu weit im Vordergrund. Diese Abgebrühtheit einer erwachsen gewordenen Band macht sich natürlich auch im Songwriting bemerkbar: Die Nummern auf „Magic Mountain“ bestehen von genrewegen natürlich aus den üblichen Bauteilen und machen keinerlei Anstalten, die Grenzen ihrer Stilrichtung zu verletzen, aber BLACK STONE CHERRY bedienen sich mit einem in jeder Hinsicht glücklichen Händchen aus dem Baukasten ihres Genres.

Songs wie das hymnische „Runaway“ lassen sofort an einsame Highways im Sonnenaufgang denken, „Never Surrender“ mutet stellenweise fast schon psychedelisch an und mit „Sometimes“ gibt’s auch noch eine ziemlich gut gelungene Ballade. Mit Kompositionen wie dem Titeltrack oder „Fiesta Del Fuego“ wird’s bisweilen ein bisschen banal, aber auch ein Album wie „Magic Mountain“ kann sicherlich nicht nur starke Nummern enthalten – und davon gibt es auf dieser Platte sicherlich genügend.

Mit „Magic Mountain“ liefern BLACK STONE CHERRY ein in jeder Hinsicht gelungenes Album. Die Truppe aus Kentucky bewegt sich absolut trittsicher auf dem schmalen Grat zwischen Groove Metal und Radiorock und liefert so eine Platte ab, die vermutlich für jeden etwas bietet – das mag sich schneller verbrauchen als ein Album mit etwas mehr Ecken und Kanten, schlägt aber mit dem ersten Durchlauf ein wie eine Bombe.

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Wertung: 8 / 10

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