Review Blind Guardian – Somewhere Far Beyond

Mit dem Vorgänger „Tales From The Twilight World“ haben die Krefelder den Durchbruch geschafft, entsprechend hoch waren auch die Erwartungen an den Nachfolger. Und auch hier gelang wieder ein Meisterwerk in Sachen Speed Metal.

Die Scheibe beginnt mit einem sanften Gitarrenopening. Die Spannung des Hörers wird gekonnt aufgebaut und entlädt sich in einem aggressivem Drum- und Gitarrenspiel – Der Einstieg mit „Time What Is Time“ ist geglückt. Gewohnt schnell und mit schweren Riffs geht Blind Guardian hier zu Werke, Hansis Stimme klingt im Vergleich zu TFTTW sogar noch ausgereifter, variabler und voluminöser. Mit dem Überholspurkracher „Journey Trough The Dark“ geht es nahtlos weiter, in punkto Speed wird jetzt sogar noch eine Schippe draufgelegt. Bei „Black Chamber“ erkennt man nun ganz deutlich, dass Hansi Kürsch eine wahnsinnig abwechslungsreiche und einzigartige Stimme hat, und das unterlegt von einer sehr gelungenen Melodie.

Mit „Theatre Of Pain“ folgt das bis hierhin wohl bombastischste und epischste Werk Blind Guardians. Die Mid-Tempo-Nummer glänzt mit grandiosen Effekten und einem genialem Rhythmus, den Thomen Stauch hier mitgezaubert hat. Ein ohrwurmtauglicher Refrain rundet die ganze Sache noch ab. „The Quest For Tanelorn“ beginnt wieder mit einem ruhigen Gitarrenintro und entwickelt sich zu einer Nummer, die irgendwo zwischen Highspeed und Midtempo angesetzt werden muss. Die Chöre beim Refrain sind gut gelungen, auch die Backingvocals und vor allem das Gitarrenspiel machen das Besondere an diesem Song aus und verleihen ihm eine majestätische Ausstrahlung. Hier hat übrigens an der Lead Guitar wieder Kai Hansen ein Gastspiel gehabt, wie auf dem Vorgängeralbum. Mit einem mysteriösen Intro mündet „Ashes To Ashes“ dann doch in eine gewohnt schnelle Nummer, die jedoch nicht ganz die Qualität der vorausgegangenen Songs erreichen kann.

Nun folgt das wohl kultigste, was diese Combo je hervor gebracht hat: Die unbestrittene Bandhymne „The Bard’s Song“. Erst die Ballade, mit einem wunderschönen Gitarrenspiel wird der Gesang unterlegt. Teil zwei ist eine krachende Mid-Tempo Nummer mit schweren Riffs und einem genialem Rhythmus, die Chöre erledigen den Rest. Die Magie dieses Songs ist in Worten nicht 100%ig wiederzugeben – jedoch ist er für die Fans die unbestrittene Kulthymne und das Highlight dieses Albums. „The Pipers Calling“ dagegen ist eine Vergewaltigung der Ohren, ich frage mich bis heute, was diese Minute Dudelsack auf der CD zu suchen hat.

Danach geht es allerdings wieder aufwärts mit dem bombastischen Titeltrack. Der hat wirklich alles, was ein Blind Guardian Song braucht: Speed, einen Ohrwurm-Refrain, alle Facetten von Hansis Stimme, genial eingesetzte Chöre, abwechslungsreiche Midtempopassagen, hämmernde Drums und perfektes Zusammenspiel der Gitarristen Andre Olbrich und Armin Siepen. Danach folgen noch zwei Coverversionen. „Spread Your Wings“ von Queen und Satans „Trial By Fire“. Beides sind keine wirklichen Meisterwerke, passen jedoch gut auf diese CD. Zum Abschluss findet sich noch eine zweite Version von „Theatre Of Pain“.

Insgesamt betrachtet muss man sagen, dass Blind Guardian wieder einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gegangen sind. SFB klingt wesentlich frischer und vor allem bombastischer als Tales From The Twilight World. Teilweise geht aufgrund des Bombasts der Speed etwas verloren, aber die Melodien sind dafür wesentlich ausgeprägter und besser herauszuhören. Die Chöre sind wirklich wunderschön und unterstützen den Gesang prächtig. Wieder ein Meisterwerk, ohne Frage.

Wertung: 9 / 10

Geschrieben am 31. März 2013 von Metal1.info

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