CD-Review: Blut Aus Nord - Odinist: The Destruction Of Reason By Illumination

Besetzung

Vindsval – Gesang, Gitarre
GhÖst – Bass
W. D. Feld – Schlagzeug, Keyboard

Tracklist

01. An Element Of Flesh
02. The Sounds Of The Universe
03. Odinist
04. A Few Shreds Of Thoughts
05. Ellipsis
06. Mystic Absolu
07. The Cycle Of The Cycles


Die Franzosen BLUT AUS NORD haben es sich ja bekanntermaßen mit so manchem Fan mithilfe von “MoRT” ein wenig verscherzt, doch wen kümmert das schon. Fans sind meist sehr vergessliche Wesen, die beim nächsten Anlauf einer Band zum „Antesten“ wieder dabei sind und sich dann auf ein Neues aufregen und die entsprechende Band verfluchen können. Wie dem auch sei, anno 2007 publizieren BLUT AUS NORD mit „Odinist“ ihr sechstes Album. Nach einem kleinen Exkurs in hinduistische Gefilde kommt man also nun zur nordischen Mythologie zurück, wobei sich die Liedtitel da nicht viel nehmen. Man darf also vermuten, dass die Franzosen jedes Thema genau so bearbeiten, dass man es auch in einem anderen Rahmen problemlos unterbringen kann.

Sphärische, unendliche Klänge eröffnen „An Element Of Flesh“ und führen dem Hörer das menschliche Sein vor Augen, sprich die eigene Geringfügigkeit in Relation zu den Weiten des Universums. Gut formuliert, ich weiß, doch in etwa so wirkt dieses Präludium wirklich, wobei man jenes mehr hätte ausbauen können. Darauf beginnt die Chose und man lauscht jeder Menge dissonanter und doch faszinierender Töne, die eine morbide und bizarre Stimmung erschaffen. Der Gesang unterstreicht diese Szenerie lediglich und wirkt grundsätzlich wie eine schemenhafte, finster-mysteriöse Geistererscheinung, welche einen mehr oder minder belästigt und seelisch belastet. Dieses hohe Niveau, welches das Auditorium gänzlich zu packen vermag, wird weiter beibehalten, die Gitarren sirren unter offensichtlichem Missfallen durch die Lieder, schwirren disharmonisch und gefühlsauthentisch und bereichern „Odinist“ auf diese Weise ungemein. Natürlich sind das auch Ingredienzien, mit denen „MoRT“ bereits auftrumpfen konnte, jedoch fehlte dort einfach an so mancher Stelle das gewisse Etwas. Dieses Werk, welches dieser Rezension zugrunde liegt, besitzt eine umwerfende Dichte, jeder Klang, jede einzelne Note kann sich zu hundert Prozent mit dem gesamten Album identifizieren und genau das macht aus „Odinist“ mehr als nur ein stromlinienförmiges Album.

Zweifellos, ein Album wie aus einem Guss, wie man ja so schön sagt. Es ist zwar immer recht leidlich, einer Band ein gelungenes Comeback zu attestieren, die man selbst schon für quasi passé hielt, aber gut, was soll es: BLUT AUS NORD haben mit „Odinist“ einfach ein wirklich geniales Werk abgeliefert, welches Tiefgang besitzt, welches direkt auf den Hörer und seine Gedanken einwirkt. Das freilich mit äußerst spartanischen Mitteln, doch ehrlich gesagt, sind es nicht genau solche Alben wie dieses, die einfach nur begeistern und gefangen nehmen? Ein Lied ähnelt dem anderen, alles wirkt wie eine Einheit, von homogen ganz zu schweigen. Wie kann man sonst sicherstellen, dass man den Hörer immer tiefer in den Strudel der eigenen Musik zerren kann? Aber gut, mehr Worte bedarf „Odinist“ kaum, es dürfte eines der besten Black Metal-Werke des zweiten Halbjahres 2007 und zudem eine kleine Überraschung sein. Schön.

Bewertung: 8 / 10

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