CD-Review: Blut Aus Nord - The Work Which Transforms God

Besetzung

Vindsval – Gesang, Gitarre
W.D. Feld – Schlagzeug, Keyboard
Ghöst – Bass

Tracklist

01. End
02. The Choir of the Dead
03. Axis
04. The Fall
05. Metamorphosis
06. The Supreme Abstract
07. Our Blessed Frozen Cells
08. Devilish Essence
09. The Howling of God
10. Inner Mental Cage
11. Density
12. Procession of the Dead Clowns


Black Metal aus Frankreich genießt zurecht einen guten Ruf, kommen aus diesem Land Bands, die wichtige neue Impulse in den Black Metal bringen. Eine ganz besondere Formation stellt BLUT AUS NORD aus Mondéville dar. War ihr Debüt „Ultima Thulée“ noch sehr, sagen wir mal „burzumesk“, so verfeinerte man auf den beiden nachfolgenden Alben den eigenen Stil, bevor mit „The Work Which Transforms God“ ein Werk erschaffen wurde, das durch seine dissonanten, verstörenden Klänge für geteilte Meinungen sorgte und sämtliche Konventionen im Black Metal über den Haufen geworfen hatte.

Eingeleitet wird dieses höchst eigensinnige Album durch ein Intro, welches „End“ getauft wurde. Man hört zwei Minuten lang nichts außer sehr befremdlichen, unheimlichen Geräuschen, die das Album dennoch treffend einleiten. Denn ehe man sich versieht, wird man ohne Vorwarnung von einem grollenden Gitarrengewitter samt hektischem Schlagzeug erschreckt. Garniert wird das ganze mit exzellenten Screams, welche das Klangbild von BLUT AUS NORD optimal ergänzen. Nach etwa fünfeinhalb Minuten hat der erste Schreck ein Ende, bevor erneut diese furchteinflößende Stille mit Geräuschen einsetzt, als ob jemand gegen ein Metallgitter klopft. Mehr inhaltliche Details möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, denn „The Work Which Transforms God“ lebt von seinen Überraschungsmomenten. Insgesamt aber sei gesagt, dass es eine unmenschliche und verstörende Klangwelt aufbaut.

„Unmenschlich“ – Dieses Attribut bringt das Hörempfinden des gesamten Albums auf den Punkt, denn hier wird in sorgfältiger Perfektion und Präzision eine Atmosphäre geschaffen, die an einen bösen Alptraum erinnert, aus dem man partout nicht aufwachen kann. So böse hat Black Metal selten geklungen. Das Adjektiv „kalt“ wäre deutlich untertrieben. Hierbei rede ich auch nicht von der nordischen Winterkälte, welche die Skandinavier gerne vertonen, welche aufgrund der Produktion sehr erdig und menschlich rüberkommt. Die sterilen Gitarren, das eigenwillige Schlagzeug, die an Todesschreie erinnernden Vocals und die optimal eingesetzten Industrial-Nuancen formen ein kaltes, unmenschliches Klanggebilde, das einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.

Man kann sonst nicht viel über das Album sagen. Man muss es einfach gehört haben, denn nur so kann man das in Worten nicht Beschreibbare nachvollziehen. Jedoch ist dieses Album nicht für Saufabende oder anderweitige Zusammenkünfte geeignet, es entfaltet nur in der Einsamkeit, im Optimalfall bei nächtlicher Dunkelheit, seine Wirkung. Man wird in eine andere Welt entführt, die so surreal, farblos, unwirklich und kalt erscheint, dass man sich wahrhaftig in einem Alptraum wähnt. Sicherlich bedarf es mehrerer Durchläufe, damit das Album einen vollkommen in seinen Bann zieht, da BLUT AUS NORD hier etwas vollkommen Neues geschaffen haben. Doch es wird sich garantiert lohnen. „The Work Which Transforms God“ ist ein Meisterwerk, unvergleichlich in seiner Art und der vorläufige Höhepunkt im Schaffen der Franzosen mit erfrischenden Innovationen.

(Jakob aka. Hell316)

Bewertung: 10 / 10

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