CD-Review: Bruce Lamont - Broken Limbs Excite No Pity

Besetzung

Bruce Lamont – Gesang, Gitarre, Saxophon, Noise-Sounds

Tracklist

01. Excite No Pity
02. 8-9-3
03. Maclean
04. Godbye Electric Sunday
05. Neither Spare Nor Dispose
06. The Crystal Effect
07. Moonlight And The Sea


(Singer/Songwriter / Ambient / Noise) Ein Solo-Album sollte nur schreiben, wer musikalisch auch etwas zu sagen hat. So gesehen ist BRUCE LAMONT sicher nicht der schlechteste Kandidat für ein solches Unterfangen. Kreativität und Talent hat der Mann aus Chicago bereits vielfach unter Beweis gestellt: Mit Yakuza macht er Jazz-Metal, mit Corrections House – gemeinsam mit Mike IX Williams (Eyehategod), Scott Kelly (Neurosis) – elektronischen Noise. Und zu guter letzt hat LAMONT mit “ Feral Songs for the Epic Decline“ (2011) auch schon ein erstes Solo-Werk veröffentlicht.

Mit „Broken Limbs Excite No Pity“ legt BRUCE LAMONT nun eine weitere Einzelarbeit nach – eine wilde, aber nicht undurchdachte Mischung aus Ambient, Noise und Saxophon wartet darauf, vom Hörer erkundet zu werden. Bereits der Opener, „Excite No Pity“ vereint LAMONTs ruhigen Gesang, sein behäbiges Saxophonspiel und atmosphärische Sounds zu einer stimmigen Klang-Collage, die gegen Ende immer weiter ins Noisige abdriftet und im kreativen Chaos endet.

Wer denkt, damit bereits alles gehört zu haben, irrt. Denn auch, wenn LAMONT damit schon ein breites musikalisches Spektrum abdeckt, ist hier stilistisch noch lange nicht Schluss. Zunächst geht es in Richtung Ambient-Noise („8-9-3“, später nochmal in „The Crystal Effect“), dann wird „Broken Limbs Excite No Pity“ mit einer kratzigen Clean-Gitarre mit subtilem Southern-Einschlag düster-rockig („Maclean“, „“Goodbye Electric Sunday“), ehe „Neither Spare Nor Dispose“ beide Extreme geschickt verknüpft.

Dass dabei gesanglich von Zeit zu Zeit („Maclean“) nicht jeder Ton astrein sitzt, mag Perfektionisten vielleicht stören, passt aber eigentlich gut zum Charakter der Songs. Souveräner wirkt LAMONT jedoch zweifelsohne am Saxophon, wie der finale Instrumental-Track „Moonlight And The Sea“ abschließend beweist.

Eine gewisse Parallele zu den Solo-Werken von Steve Von Till (Neurosis) ist – gerade bei den gitarrenlastigen Songs von „Broken Limbs Excite No Pity“ – nicht von der Hand zu weisen. Durch die Noise-Elemente sowie insbesondere das Saxophon verleiht BRUCE LAMONT seinem Album jedoch zugleich einen unverwechselbaren, ur-eigenen Charakter – genau das also, was ein Solo-Album ausmacht.

Bewertung: 8 / 10

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