Das Cover von "Kickstarter" von Bullet

Review Bullet – Kickstarter

  • Label: Steamhammer
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Heavy Metal

Ach, wie die Zeit vergeht: Es scheint, als wäre es gestern gewesen, dass BULLET eine aufstrebende Underground-Band war. Dabei haben die Schweden inzwischen stolze 25 Dienstjahre auf dem Buckel und sind ein etablierter Act von Headliner-Format. Mit fortschreitendem Alter lassen es die meisten Menschen lieber etwas langsamer angehen – so sank auch die Frequenz, mit der die Truppe neue Alben veröffentlicht, über die Jahre immer mehr. Dabei wurden ihre Fans zuletzt geradezu qualvoll lange auf die Folter gespannt. Dieses Warten hat nun ein Ende: Acht Jahre nach „Dust To Gold“ erscheint mit „Kickstarter“ endlich ein neues Werk aus dem Hause BULLET.

Manchmal muss man gar nicht lange um den heißen Brei herumreden: BULLET machen auf ihrem neuen Album alles richtig. Ab dem Titeltrack ist klar, dass die Schweden mit erdigem Riffing, pumpendem Bass und singenden Twin-Gitarren noch immer auf die gleichen Trademarks wie vor 25 Jahren setzen, aber sie klingen eben auch noch genauso frisch. Klar, eine gewisse Routine hört man der Truppe natürlich an, denn BULLET wissen inzwischen ganz genau, wer sie sind. Sie punkten aber auch auf ihrem siebten Album noch mit maximal authentischen Songs, bestehend aus edelsten Riffs und scheinbar mühelos aus der Hüfte geschossenen Leads – und diese Mischung trifft noch immer voll ins Schwarze.

Überraschungen erlebt man auf „Kickstarter“ freilich nicht, denn BULLET wandeln mit ihrem energetischen Spät-70er-Sound seit jeher auf meterbreit ausgetretenen Pfaden. Gerade im Old-School-Genre ist Innovation aber oft nicht das, worauf es ankommt. So auch hier, denn dank maximal stilechtem Songwriting und überschäumender Spielfreude erlaubt der schiebende Feelgood-Rock der Mannschaft aus Växjö schlicht keinerlei Entkommen – das zeigt sich vor allem in mitreißenden Songs wie „Open Fire“, „Avenger“ und „Strike At Night“, die ab dem ersten Ton zum Fäuste reckenden Mitgrölen animieren.

Insgesamt ist „Kickstarter“ ein eher schnelles Album. Das ist durchaus zu begrüßen, denn rasantere Nummern standen dieser Band schon immer am besten zu Gesicht. Allerdings gibt es auch auf dieser Platte ein paar gediegenere Tracks und wenngleich die zackigeren Stücke noch immer die Nase vorn haben, klangen BULLET doch auch im Midtempo noch nie so gut wie 2026. Breitbeinige, stadiontaugliche Nummern wie „Keep Rolling“, „Spitfire“ und das abschließende „Night Falls Down“ offenbaren nicht nur einmal mehr AC/DC als wichtigen Einfluss der Band, sondern werden sich auch hervorragend in künftige Live-Sets einfügen.

„Kickstarter“ markiert ein Vierteljahrhundert in der Geschichte von BULLET – ein besseres Album hätte die Truppe um den kauzigen Hell Hofer anlässlich dieses Zeitpunkts nicht veröffentlichen können. Die Platte enthält nicht nur jedes stilbildende Element des Bandsounds in seiner denkbar besten Ausformung, sondern auch noch keinen einzigen schlechten Song. Die Truppe rangierte mit ihren Alben in den letzten zehn Jahren ohnehin auf extrem hohem Niveau, aber „Kickstarter“ ist gut und gerne ihre beste Scheibe seit „Highway Pirates“. Wie gesagt: BULLET haben auf ihrem neuen Album schlicht alles richtig gemacht. Uneingeschränkte Kaufempfehlung!

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Wertung: 9 / 10

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