CD-Review: Cirith Ungol - Servants Of Chaos (Reissue)

Besetzung

Tim Baker – Gesang
Jerry Fogle – Gitarre
Michael „Flint“ Vujea – Bass
Robert Garven – Schlagzeug

Tracklist

CD 1
01. Hype Performance
02. Last Laugh
03. Frost And Fire
04. Eyes
05. Better Off Dead
06. 100 MPH
07. I'm Alive
08. Bite Of The Worm
09. The Twitch
10. Maybe That's Why
11. Ill Met In Lankhmar
12. Return To Lankhmar
13. Darkness Weaves
14. Witchdance
15. Feeding The Ants
16. Obsidian

CD 2
01. Death Of The Sun
02. Fire
03. Fallen Idols
04. Chaos Rising
05. Fallen Idols
06. Paradise Lost
07. Join The Legion
08. Before The Lash
09. Atom Smasher (Live)
10. Master Of The Pit (Live)
11. King Of The Dead (Live)
12. Last Laugh (Live)
13. Cirith Ungol (Live)
14. Secret Agent Man
15. Ferrari 308QV

Bonus-DVD: Live At Wolf & Rosmiller's Country Club - November 9, 1984
01. I'm Alive
02. The Black Machine
03. Master Of The Pit
04. King Of The Dead!
05. Death Of The Sun
06. Finger Of Scorn
07. Frost & Fire
08. Cirith Ungol


Mit dem Reissue von „Servants Of Chaos“ bringt Metal Blade eine neu aufgelegte Raritätensammlung der Metal-Pioniere CIRITH UNGOL auf den Markt, deren Erstauflage von 2001 wohl inzwischen genauso rar ist wie ihr Inhalt selbst. Im regulären Handel längst nicht mehr erhältlich, erzielt die Doppel-CD bei einschlägigen Shops und Musikbörsen mittlerweile stattliche Preise. Insofern macht eine Neupressung also durchaus Sinn. Damit das Ganze einen zusätzlichen Kaufanreiz bietet, hat man das Package im schön aufgemachten Digipack mit seltenen Fotos und Linernotes der Musiker im Booklet um eine exklusive Bonus-DVD ergänzt, die ein bisher unveröffentlichtes Konzert von 1984 dokumentiert.

Zu CIRITH UNGOL selbst muss man nicht allzu viele Worte verlieren. Gegründet Mitte der Siebziger im sonnigen Kalifornien, bildeten die vier Herren eine der ersten Heavy Metal-Bands. Der große Wurf ist ihnen zwar nie gelungen, doch genießen sie in der Szene absoluten Kult-Status und gelten, vor allem durch ihr Album „King Of The Dead“, zu den frühen Großmeistern des Epic Metal. Dass ihre Musik stark von den Siebzigern beeinflusst ist und dementsprechend klingt, versteht sich von selbst. Da kommen mal lockere Rocksongs, mal ausgiebige Solo-Parts aus den Boxen. Die spacige Synthesizer-Begleitung verleiht den Liedern einen psychedelischen Touch und lässt erahnen, dass die Jungs damals wohl des öfteren am Baum der Erkenntnis von verbotenen Früchten genascht haben. Der sehr hohe, schrille, kreischende Gesang von Tim Baker ist, sagen wir, gewöhnungsbedürftig. Da muss sich wohl jeder selbst sein Urteil bilden, ich persönlich finde ihn klasse.
Was findet man nun konkret auf „Servants of Chaos“? Zum einen unveröffentlichte Demos, zum anderen aber auch Sampler-Beiträge und Live-Mitschnitte, die schon ohne die DVD zusammen gut zweieinhalb Stunden Material bieten. Wie das bei solch einem zusammengewürfelten Haufen nun mal ist, schwankt auch die Soundqualität von Track zu Track, sinkt jedoch nie in unbefriedigende Bereiche ab, was angesichts der Tatsache, dass es sich teilweise um mehr als dreißig Jahre alte Demos handelt, absolut in Ordnung geht. Selbst wenn der Sound vereinzelt mal nur mittelmäßig ist, wird das durch die Verspieltheit der Band und den Jam-Session-Charakter mancher Songs locker wieder wettgemacht.
Die erste CD bietet in der ersten Hälfte lässigen bis flotten Siebziger-Metal, ihre zweite Hälfte besteht aus Instrumentals, die sich ebenfalls in Stimmung und Geschwindigkeit voneinander unterscheiden. Auf der zweiten CD rückt die epische Seite von CIRITH UNGOL mehr in den Vordergrund, dementsprechend findet man auch dort die längeren Nummern. Ergänzt werden diese durch fünf Live-Tracks (lediglich „Last Laugh“ befindet sich dadurch doppelt auf den CDs) und zwei Coverversionen („Fire“ von Arthur Brown (!) und „Secret Agent Man“ von Johnny Rivers).

Ausverkauf kann man der Plattenfirma mit diesem Re-Release sicher nicht vorwerfen, spricht man damit doch in erster Linie leidenschaftliche Sammler an. Wer die Legende CIRITH UNGOL verehrt und dieses Prachtstück noch nicht in seinem Regal stehen hat, wird daran definitiv nicht vorbeikommen. Auch Rock- und Metal-Fans, die sich nicht nur für moderne Sounds interessieren, sollten in diese Band, wenn sie ihnen noch unbekannt ist, allein schon aus Gründen der metallischen Allgemeinbildung mal reingehört haben. (Um einen ersten Eindruck zu bekommen, empfehle ich „Death Of The Sun“, „Master Of The Pit“ und „King Of The Dead“).

Keine Wertung

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