Das Cover von "Dark Parade" von Cirith Ungol

Review Cirith Ungol – Dark Parade

  • Label: Metal Blade
  • Veröffentlicht: 2023
  • Spielart: Heavy Metal

Die Authentizität der aktuellen CIRITH-UNGOL-Besetzung wurde ja bereits hinlänglich bestätigt: Drei von fünf Bandmitgliedern sind seit den 70ern dabei, Gitarrist Jimmy Barraza immerhin seit Anfang der 90er und Bassist Jarvis Leatherby (Night Demon) trug maßgeblich dazu bei, dass es überhaupt zum Neustart der Heavy-Metal-Pioniere kam. Zwar sind seit ihrem Comeback-Werk “Forever Black” gerade mal drei Jahre vergangen, allerdings war es seit 2021 geradezu gespenstisch still um die Formation. Daraus machen CIRITH UNGOL selbst auch keinerlei Hehl, denn im Booklet zu “Dark Parade” verkündet die Band, dass sie während des Corona-Lockdowns ganz bewusst “unter dem Mantel der Verschwiegenheit” an ihrem neuen Album gearbeitet hat.

Mit “Velocity (S.E.P.)” wird die Platte von einem für CIRITH-UNGOL-Verhältnisse unegwöhnlich schnellen – genau genommen sogar dem rasantesten Song auf “Dark Parade” – eingeleitet. Die Nummer mag für das Album nicht repräsentativ sein, aber sie fungiert als starker Einstieg. Was folgt, ist der düstere Proto-Metal (heute vermutlich als Doom eingeordnet), für den die Kalifornier über die Jahrzehnte bekannt geworden sind: Titel wie “Relentless”, “Sacrifice” oder “Looking Glass” fließen so zäh dahin wie die Lavaströme Morias und begeistern durch die einzigartige Kombination aus tonnenschwerem Riffing und dem unverwechselbaren Gesang von Frontmann Tim Baker.

Wie schon “Forever Black” besticht auch “Dark Parade” durch seine scheinbare Einfachheit, die jedoch nie primitiv wirkt: Vor über 50 Jahren der Ursuppe des Metal entstiegen stehen CIRITH UNGOL stets mit einem Bein in den 70ern, was ihre grobschlächtigen Songs oftmals in die Nähe von Black Sabbath rückt. Weil die Truppe passend zu ihrer Tolkien-Affinität anders als Ozzy und Co. auch noch eine gehörige Portion Pathos in ihre Musik einfließen lässt, ergibt das herrlich wuchtige Songs von mitreißender, dunkler Erhabenheit – beste Beispiele sind “Sailor On The Seas Of Fate” und “Distant Shadows”.

Zwar scheint das letzte Wort in dieser Angelegenheit noch nicht gesprochen, aber sollte “Dark Parade” das letzte Album von CIRITH UNGOL sein, dann verabschiedet sich die Truppe so stark, wie sie 2020 zurückgekehrt ist. Die Platte ist voll von zeitlosem Metal in seiner ursprünglichsten Form und begeistert mit monolithischen Riffs und düsteren Melodien zuhauf. Es ist nicht weniger als sensationell, dass es CIRITH UNGOL 50 Jahre nach Bandgründung und mit 25 Jahren Pause bereits zum zweiten Mal in Folge gelingt, eine derart starke Platte nahezu in Originalbesetzung vorzulegen. Vielleicht sollte man ja wirklich aufhören, wenn es am schönsten ist …

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Wertung: 9.5 / 10

Redaktion Metal1.info

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