Das Cover von "Another Dimension" von Crimson Fire

Review Crimson Fire – Another Dimension

  • Label: No Remorse
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Heavy Metal

Mit 17 Jahren im Geschäft sind die griechischen Metaller CRIMSON FIRE sicherlich keine Newcomer mehr, der Durchbruch gelang ihnen bisher aber auch nicht: Nachdem sie 2010 mit ihrem Debüt die Losung „Metal Is Back“ ausgegeben hatten, folgte sechs Jahre später ihr nächstes Album „Fireborn“ über das kleine Label Pitch Black. Während jener Platte in der Szene bereits einige Aufmerksamkeit zuteil wurde, scheint die Truppe nun das nächste Kapitel aufschlagen zu können, denn mit „Another Dimension“ landeten CRIMSON FIRE beim angesehenen Indie-Label No Remorse Records.

Wie so viele andere Bands im Underground kombinieren auch CRIMSON FIRE in ihrem Sound die stilbildenden Elemente ihrer Vorbilder. Damit heben sie sich im Grunde nicht besonders stark von ihren Mitstreitern ab, allerdings gehen die Griechen einen etwas anderen Weg als manch anderer Vertreter der Sparte. CRIMSON FIRE zählen zweifelsohne Legenden wie Judas Priest und Iron Maiden zu ihren Vorbildern, haben jedoch auch keine Angst davor, ihren traditionellen Metal-Sound mit gar nicht mal so dezenten Synthie-Klängen anzureichern. Damit steht die Truppe aus Kallithea in ihrer Branche ziemlich alleine da.

Auf „Another Dimension“ ergibt das eine gelungene Mischung aus Heavy Metal, Hard Rock und AOR, die sich durchaus hören lassen kann. Im Opener „Judas“ erinnert die Kombination aus galoppierenden Riffs und Synthie-Teppich entfernt an Iron Maiden zu Zeiten von „Somewhere In Time“, in zackigen Nummern wie „Don’t Fall From The Sky“ oder „Sold My Soul“ gibt es traditionellen europäischen Power Metal und in „Chasing Time“ lassen schließlich Europe grüßen. Es ist also zu jeder Zeit unverkennbar, wo CRIMSON FIRE ihre Ideen hernehmen. Dennoch gelingt es der Band, die bekannten Bauteile zu ihrem eigenen Sound neu zusammenzusetzen und dabei mit viel Authentizität und Spielfreude zu punkten.

Nimmt man Bands wie Bloodbound als Maßstab, so sind Keyboards ein todsicherer Garant für überbordenden Kitsch. Auch bei CRIMSON FIRE sind Synthies nie bloßes Hintergrundgeräusch, sondern bilden gar das Fundement des Sounds. Anders als bei den zuvor genannten Schweden ersetzen sie hier aber keinesfalls die Gitarren und sind nie übermäßig aufdringlich. Das zeigt sich etwa in Songs wie dem tief in den 80ern verwurzelten „On The Edge“, das mit seiner nicht zu überhörenden AOR-Schlagseite nebst kraftvollen Gitarren an Bands wie Power Quest denken lässt. Noch stärker im Vordergrund sind die künstlichen Klänge in „Set The Night On Fire“, das nach Billy-Idol-mäßigen Pop auf Steroiden oder Judas Priest zu „Turbo“-Zeiten klingt.

CRIMSON FIRE beweisen mit ihrem neuen Album einigen kompositorischen Mut, indem sie dem von Metalfans eher kritisch beäugten Keyboard in ihrem Sound eine Menge Platz einräumen. „Another Dimension“ zeigt dank gut durchdachtem Songwriting und deutlich hörbarer Freude an der Sache, wie gut das funktionieren kann. Sicherlich sind CRIMSON FIRE nicht origineller als die meisten Judas-Priest- und Slayer-Epigonen, aber sie orientieren sich an einer Phase der harten Musik, die bis dato noch nicht von unzähligen Revivals heimgesucht wurde. Freunde des melodiebetonten Heavy Metal der späten 80er werden mit „Another Dimension“ mit Sicherheit wunschlos glücklich werden.

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Wertung: 7 / 10

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