CD-Review: Crisix - Rise ... Then Rest

Besetzung

Juli Baz – Gesang
Marc Busqué – Gitarre
Albert Requena – Gitarre
Dani Ramis – Bass
Javi Carrión – Schlagzeug

Tracklist

01. I.Y.F.F.
02. Rise … Then Rest
03. Bring ‚Em To The Pit
04. Those Voices Shall Remain
05. One By One
06. Frieza The Tyrant
07. Seven
08. Army Of Darkness
09. Volcano Face
10. Scars Of The Wolf
11. Waldi Gang
12. Ace Of Spades (Motörhead-Cover)


Mit „Rise… Then Rest“ war das zweite Album der spanischen Thrash Metaller CRISIX bisher nur in ihrem Heimatland erhältlich. Da räumte es allerdings eine Auszeichnung nach der anderen ab und gilt in manchen Magazin als das beste Metal-Album Spaniens. Dank Apostasy Records kommen nun auch hiesige Metalfans in den Genuss des Treibens der thrashenden Jungspunde aus Barcelona.

Auf ihrem zweiten Album präsentieren sich die Spanier als moderne Thrash-Metal-Band mit extrem hohem Tightness-Faktor. Wie das erreicht wurde, sei dahingestellt, zumindest zeichnet sich „Rise… Then Rest“ zwar durch fetten und zeitgemäß wuchtigen Sound entstanden unter der Fuchtel von Hartwurst-Produzent Eric Rutan aus, kommt aber auch reichlich steril aus den Boxen – das passt nicht wirklich zum Genre und ist gewöhnungsbedürftig. In Sachen Songwriting treffen CRISIX allerdings die meiste Zeit ins Schwarze und hauen mit Nummern wie dem Titeltrack oder „The Voices Shall Remain“ eine zackige Abrissbirne nach der anderen raus.

Ähnlich wie ihre israelischen Kollegen Hammercult gelingt es auch den Jungs aus Barcelona, ihr Brachialo-Riffing gerade in den Refrains und im Hinblick auf die Leadgitarren mit eingängigen und teils gar Gänsehaut-verdächtigen Melodien zu verbinden, was für einen spannenden Kontrast sorgt – man höre beispielsweise „Those Voices Shall Remain“. Insgesamt ist das, was es auf „Rise… Then Rest“ zu hören gibt zwar nicht sonderlich originell – Breaks, Groove-Parts und Soli sind immer genau da, wo man sie erwarten möchte – aber man nimmt den Herren CRISIX auf Album Nummer zwei durchaus ab, dass sie Bock drauf haben und technisch haben die Südländer ebenfalls einiges zu bieten.

Sänger Juli Baz ist dabei das größte Aushängeschild der Formation, denn der tut sich durch hohe Variabilität hervor. Gab der Mann eben noch den wütenden Thrash-Kobold mit entsprechendem Gekeife, schaltet er im nächsten Moment auf dem Metalcore entliehene Screams um und demonstriert so eine enorme stimmliche Reichweite. Bisweilen vermag das an ältere Trivium zu erinnern. Die Abwechslung kommt innerhalb der recht engen Grenzen, die sich die Band selbst gesteckt hat, auch nicht zu kurz und so oszilliert die Truppe irgendwo zwischen leicht Bay-Area-beeinflusstem Hochgeschwindigkeits-Thrash und groovenden Stampfern.

In „Bring ‚Em To The Pit“ wird dann auch noch augenzwinkernd der Megadeth-Klassiker „Sweating Bullets“ zitiert. Ansonsten fällt es überraschend schwer, für den Sound von CRISIX andere Bands als Vergleich heranzuziehen. Paradoxerweise gelingt es den Spaniern leider dennoch nicht, sich so richtig von anderen Vertretern der jüngeren Thrash-Metal-Bewegung abzuheben. Macht aber nix, denn kurzweilig ist ihr zweites Album allemal.

Dass es sich bei „Rise … Then Rest“ um das beste Metal-Album Spaniens handeln könnt, erscheint nur schwer vorstellbar, so lange es Angelus Apatrida noch gibt. Dennoch haben CRISIX gehörig Feuer und liefern mit ihrer zweiten Platte ein kompromissloses Thrash-Vergnügen ab. In Sachen Individualität besteht zwar noch Luft nach oben, aber Spaß garantieren die Spanier in jedem Fall.

Bewertung: 6.5 / 10

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