CD-Review: Diabolicum - Ia Pazuzu (The Abyss Of The Shadows)

Besetzung

Kvarforth - Gesang
Sasrof - Gitarre, Programmierung
Likstrand - Gitarre
Gorgorium - Bass

Tracklist

1. Baxxar Ehl Uhza
2. Void Of Astaroth
3. Silent Spring
4. Genocide Bliss
5. Salvation Through Vengeance
6. The Abyss Of The Shadows
7. One Man's War
8. Angelmaker
9. Ia Pazuzu


Skandinavien scheint seine Industrial-Black-Metal-Pioniere wieder aus der Versenkung zu holen. Anders lässt es nicht erklären, dass die Norweger von Mysticum im letzten Jahr nach 18 Jahren musikalischer Abstinenz ihr Comeback-Album „Planet Satan“ auf den Markt brachten und die Schweden von DIABOLCUM nach 14 Jahren nun endlich nachziehen und den Nachfolger von „The Dark Blood Rising“ präsentieren, „Ia Pazuzu (The Abyss Of The Shadows)“ betitelt.

Nicht nur, dass die Scheibe das stets als schwierig deklarierte dritte Album ist, es handelt sich dabei auch um die erste Platte mit dem neuen Lead-Gitarristen Likstrand und um den ersten Auftritt von Niklas Kvarforth (Shining) hinter dem Mikrofon von DIABOLICUM. Dass sich die Vocals auf „Ia Pazuzu“ also jeglicher Kritik entziehen dürfen, ist von vornherein klar, fraglich ist nur, ob die Schweden zu alter Stärke finden wie zu „The Grandeur Of Hell“-Zeiten (2001) oder ob einzig und allein das Qualitätssiegel Kvarforth für dieses Album spricht.

Nein, es spricht mehr dafür. Denn DIABOLICUM hauchen einem zuweilen vorhersehbaren Genre neues Leben ein und zeigen mit „Ia Pazuzu“, wie abwechslungsreich Industrial Black Metal sein kann, wenn sich dieser mutig fernab von stampfenden Drums und wüsten Gitarren-Geschrammel bewegt. Ähnlich wie ihre italienischen Kollegen von ABORYM setzt das schwedische Quartett auch auf Ambient-Klänge, nicht aber nur zur Zierde im Hintergrund, sondern auch als tragendes Element. Somit finden sich neben Trademark-Track wie dem richtig guten „Void Of Astaroth“ auch ein beklemmendes „The Abyss Of The Shadows“ sowie das atmosphärische „Ia Pazuzu“ im ambienten Klanggewand. Als Beweis für den Mut von DIABOLICUM, zertrampelte Pfade zu verlassen um sich die möglichen abzweigenden Wege anzuschauen, kann ein Song wie „Silent Spring“ genannt werden, der nicht nur mit einem Soli, sondern auch noch mit sanften Frauengesang aufwarten kann, eingebettet in einen von Double-Bass dominierten Sound. Filigraner Gesang und ein stampfendes Schlagzeug, eine ebenso gelungene Kombination wie das wiederkehrende Riffing und Kvarforths Sprechgesang in der Mid-Tempo-Nummer „Angelmaker“.

Unnötig ist die Betonung, dass DIABOLICUM mit ihren Comeback wesentlich besser abschneiden als Mysticum auf dem eher mittelmäßigen „Planet Satan“. Unterstützt mit Gastbeiträgen von Malfeitor Fabban (Aborym) sowie Vargher (Naglfar, Ancient Wisdom) gelingt den Schweden ein Album, welches Abwechslung mit Kraft paart und DIABOLICUM einen hohen Wiedererkennungswert beschert. Wenn schon eine Band nach über einer Dekade des Verschwundenseins wieder auf der Bildfläche erscheinen möchte, dann bitte mit einer solchen Präsenz und wenn Industrial Black Metal, dann bitte DIABOLICUM!

Bewertung: 8 / 10

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