CD-Review: Mysticum - Planet Satan

Besetzung

Prime Evil - Gesang, Gitarre
Cerastes - Gesang, Gitarre
Dr. Best - Bass, Programmierung

Tracklist

1. LSD
2. Annihilation
3. Far
4. The Ether
5. Fist Of Satan
6. All Must End
7. Cosmic Gun
8. Dissolve To Impiety


In Norwegen muss dieses Jahr eine Comeback-Welle ausgebrochen sein. Den Anfang machten Mayhem, die sich nach siebenjähriger Pause mit „Esoteric Warfare“ zurückmeldeten, dicht gefolgt von Den Saakaldte, die nach fünf Jahren musikalischer Abstinenz „Faen I Helvete“ vorlegten, aber MYSTICUM treiben diesen Vergleich in ungeahnte Höhen: Zwischen ihrem Debüt „In The Streams Of Inferno“ (1996) und dem Nachfolger, der aktuellen Full-Length „Planet Satan“, liegen knapp zwei Dekaden, genauer gesagt 18 Jahre. Dazwischen machte das Trio lediglich durch die weniger ruhmreiche Compilation „Lost Masters Of The Universe“ auf sich aufmerksam, welche die Vorfreude beim geneigten Zuhörer auf „Planet Satan“ entweder schlagartig erhöhte oder radikal abstürzen ließ.

Aber anders als bei der Compilation beherbergt die neue Platte nicht nur Songs in Demo- und Promoqualität, sondern acht neue Tracks, mit denen sich MYSTICUM anschicken, dem Industrial Black Metal neuen Glanz zu verleihen. Sänger Prime Evil, der für Aborym „Generator“ einsang, bekommt auf „Planet Satan“ endlich die ihm gebürtige Aufmerksamkeit, denn hingegen sein stimmliches Vermögen auf dem Debüt dank schlechterer Studioqualität stellenweise in einem Brei voller musikalischer Klänge unterging, schreit und keift er sich deutlich hörbar durch die Platte – bereits der Opener „LSD“ liefert den Beweis. Ähnlich hörbar, wenngleich in negativer Hinsicht, ist die Vorliebe des gesamten Genres für die Drummachine, die auch auf „Planet Satan“ wieder zum Einsatz kommt und durch ihre teilweise zu sehr in den Vordergrund gestellte Präsenz Kopfschmerzen verursacht.

Im direkten Vergleich zum Debüt war eben jenes melodischer, die Songstrukturen mehr auf eingängige Parts ausgelegt, die im Wechsel zum Industrial-Gestampfe standen. Songs wie beispielsweise „Kingdom Comes“ oder „Wintermass“ hatten durch ihre melodischen Samples zwar keinen Ohrwurm-, aber zumindest einen Erinnerungseffekt, welcher auf „Planet Satan“ weniger eintritt. Ein weiterer hörbarer Unterschied betrifft das Tempo, welches auf der aktuellen Platte deutlich angezogen wurde. MYSTICUM preschen in den acht Tracks nach vorne, noch immer mit einer Affinität zu Samples, aber mit deutlicheren Fokus auf die Schnelligkeit der Songs.

Darunter leidet deren Individualität, denn durch das stellenweise monotone Gehämmere gestaltet sich „Planet Satan“ wenig abwechslungsreich. Den Songs gelingt es mitunter nur durch die darin verwendeten Intros oder Samples sich untereinander abzugrenzen, aber nicht durch konträre Gesangsspuren oder mannigfaltiges Riffing – ein Kritikpunkt, der auch schon beim Debüt zutraf. Und somit machen MYSTICUM im Vergleich zu „In The Streams Of Inferno“ auf ihrem aktuellen Album wenig anders, kaum etwas schlechter, aber auch nicht etwas besser, sodass „Planet Satan“ über den hörbaren Durchschnitt nicht hinaus kommen kann.

Bewertung: 5.5 / 10

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