CD-Review: Dordeduh - Dar De Duh

Besetzung

Hupogrammos – Gesang, Gitarre, Keyboard, Hackbrett, Mandola
Flavius Misaras – Bass, Hintergrundgesang
Sol Faur – Gitarre, Keyboard, Hackbrett, Semantron
Ovidiu Mihaitia – Schlagzeug, Percussion
Gallallin – Keyboard, Hackbrett, Hintergrundgesang

Tracklist

01. Jind De Tronuri
02. Flacararii
03. E-an-na
04. Calea Rotilor De Foc
05. Pandarul
06. Zuh
07. Cumpat
08. Dojana


dordeduh - dar de duh album cover artwork

Als 2009 die drei Köpfe hinter Negura Bunget getrennter Wege gingen, hatten viele Fans geglaubt, das Ende der Band sei besiegelt. Doch wider erwarten legte Schlagzeuger Negru mit „Virstele Pamintului“ 2010 ein überraschend starkes Album seiner neu formierten Negura Bunget vor. Hupogrammos und Sol Faur, die viele für die eigentlichen Motoren hinter Alben wie „Om“ gehalten hatten, ließen sich etwas mehr Zeit. Mit „Dar De Duh“ erscheint nun das Debüt ihres gemeinsamen Projektes DORDEDUH. Soviel vorneweg: ein zweites „Om“ ist es nicht geworden.

Wenn man sich „Dar De Duh“ so anhört, bekommt man viel eher das Gefühl, dass die beiden Protagonisten eigentlich keine Lust mehr auf Black Metal haben, es sich aber selbst noch nicht so recht eingestehen wollen. Denn das Album macht vor allem dann Spaß, wenn DORDEDUH sich voll auf das Erzeugen dieser düsteren, urtümlichen Atmosphäre konzentrieren, die auch Negura Bunget früher ausmachte. Wo die Songs zwischen Ambient und finsterer Folklore pendeln, wirkt die Musik ehrlich und inspiriert. Die charakteristische Verwendung der traditionellen Instrumente macht „Dar De Duh“ in diesen Minuten besonders; hier wird die Magie entfaltet, der man nach dem Split Negura Bungets – vielleicht etwas voreilig – nachgetrauert hatte.

Nur besteht die Scheibe eben eben nicht nur aus derlei Momenten. Und je weiter es in Richtung Black Metal geht, desto mehr verlieren DORDEDUH an Signifikanz. Spätestens, wo sie sich ganz auf wilde Raserei verlegen, fällt die zuvor aufwendig erschaffene Atmosphäre schnell in sich zusammen. Schon der überlange Opener macht dies deutlich, doch auch der Rest des Albums leidet sehr unter jenen Passagen, die den Hörer oft gänzlich übergangslos überfahren und in keinem rechten Zusammenhang zur Stimmung der sonstigen Musik stehen. Der Black Metal, der hier zelebriert wird, zeichnet sich häufig nur durch Belanglosigkeit aus.

Wenn „Dar De Duh“ nach 77 Minuten ausklingt, steht die Frage im Raum, ob DORDEDUH nicht ein viel intensiveres Album geschaffen hätten, wenn sie sich auf den Folk-Zauber beschränkt hätten, den sie nach wie vor eindrucksvoll beherrschen, anstatt sich mit unmotiviertem Black Metal selbst auszubremsen. „Dar De Duh“ hat seine großen, markanten Momente – mit dem schlichtweg schlüssigeren „Virstele Pamintului“ kann dieses Album aber nicht mithalten. Schade – von Hupogrammos und Sol Faur hätte man sich definitiv mehr erwartet.

Bewertung: 6.5 / 10

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