CD-Review: Negura Bunget - Om

Besetzung

Hupogrammos Disciple's – Gesang, Gitarre, Keyboard, Folk-Instrumente
Sol Faur – Gitarre, Bass
Negru – Schlagzeug, Percussion, Folk-Instrumente

Tracklist

01. Ceasuri Rele
02. Tesarul De Lumini
03. Primul Om
04. Cunoasterea Tacuta
05. Inarborat
06. Dedesuptul
07. Norilor
08. De Piatra
09. Cel Din Urma Vis
10. Hora Soarelui
11. Al Doilea Om


Nach der Veröffentlichung der so wegweisenden wie appetitanregenden „Inarborat Kosmos“-EP lassen NEGURĂ BUNGET zunächst ein weiteres Jahr ins Land ziehen, ehe sie mit „Om“ ein Full-Lenght-Werk folgen lassen. Eigentlich viel zu lang für den musikhunrigen NEGURĂ-Jünger, doch das Warten hat sich gelohnt.

Denn mit „Om“ wird die Band-Diskographie nicht nur um ein weiteres Album, sondern um das NEGURĂ-BUNGET-Album schlechthin erweitert. Das Album scheint nämlich nicht nur die über die Jahre beobachtete stilistische Entwicklung der Band vom rohen Black Metal hin zum atmopshärischen, multiinstrumental besetzten Progressive Black Metal (oder wie man die einzigartige Kreation der Rumänen auch immer bezeichnen möchte) abgeschlossen – viel mehr noch hat man das Gefühl, mit „Om“ wäre nun endlich das Album veröffentlicht, welches spätestens seit „’n Crugu Bradului“ in der Luft lag.

Mit atmosphärischen Klängen, über die sich ein geheimnisvolles Flüstern legt, welches sodann in verzweifeltes Schreien übergeht, fesseln bereits die ersten Klänge, die das Album vernehmen lässt, und entführen den Hörer in eine eigene Welt. Die Spannung, die sich in diesen ersten Minuten aufgebaut hat, entläd sich im Folgenden auf einen Schlag mit dem Einsatz des ersten schlagzeugbegleiteten Riffs, welches gleich in mehrerer Hinsicht zu beeindrucken weiß. Zum einen ist der Riff selbst, sowie die sich im Folgenden daraus entwickelnde Melodie schlichtweg umwerfend und trifft genau die goldene Mitte zwischen Komplexität und Eingängigkeit, ein Punkt, mit dem NEGURĂ BUNGET in ihren früheren Werken, vor allem auf „’n Crugu Bradului“, immer wieder zu kämpfen hatten. Zum anderen lässt sich bereits bei diesen ersten Klängen eine derart vollendete Symbiose zwischen Musik und Sound erkennen, wie man sie ansonsten nur selten vernehmen kann: Hier sind keine Musikinstrumente mehr zu differenzieren, hier gibt es nurnoch ein großes Ganzes, in das sich jede einzelne Gitarrenspur, jedes Holzschlaginstrument und jeder Keyboard-Klang einfügt, seinen Beitrag zur Vollendung des Gesamtwerks leistet, indem er sich ihm unterwirft, anstatt für sich beeindrucken zu wollen.

Selbiges gilt jedoch nicht nur im kleinen, bezogen auf die einzelnen Instrumente innerhalb eines Stückes, sondern auch für die Stücke als solche hinsichtlich des Albums: Auch hier herrscht Harmonie in perfekter Vollendung, auch hier ergeben die einzelnen Lieder in ihrer Addition mehr als die Summe der Bestandteile. So entwickelt „Om“ über seine gesamte Spielzeit von einer guten Stunde eine mal mitreißende, mal meditative, stets jedoch beeindruckend dichte Atmosphäre, die ihresgleichen sucht – ganz egal, ob man dafür nun den beeindruckenden Klargesang in „Cunoasterea Tacuta“ oder das von verspieltem Klopfen auf Klanghölzern begleitete Berghorn zu Beginn von „Inarborat“, welches sich als Neuinterpretation des „Wordless Knowlage“ betitelten Songs der „Inarborat Kosmos“-EP perfekt in das Album eingliedert, als Beispiel heranziehen möchte…

Auf „Om“ legen NEGURĂ BUNGET eine spielerische Leichtigkeit an den Tag, die das Gefühl vermittelt, die Herren hätten sie die Songs garnicht erst komponieren müssen, sondern lediglich das auf CD gebracht, was in vollendeter Form bereits seit Anbeginn der Zeit durch den Äther schallte. Hier stimmt einfach alles, und so bietet „Om“ nicht nur die Quintessenz dessen, wofür der Name NEGURĂ BUNGET steht, sondern darüber hinaus einen Meilenstein im extremen Metal.

Bewertung: 10 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: