CD-Review: DragonForce - Inhuman Rampage

  • Veröffentlichung: 2006
  • Label: Noise
Besetzung

ZP Theart – Gesang
Herman Li – Gitarre
Sam Totman – Gitarre
Dave Mackintosh – Schlagzeug
Vadim Pruzhanov – Keyboard, Piano

Tracklist

01. Through The Fire And Flames
02. Revolution Deathsquad
03. Storming The Burning Fields
04. Operation Ground And Pound
05. Body Breakdown
06. Cry For Eternity
07. The Flame Of Youth
08. Trail Of Broken Hearts


Das neue DRAGONFROCE Album „Inhuman Rampage“ wurde vor der Veröffentlichung in den höchsten Tönen gelobt. Da war die Rede von DEN Newcomern im Power Metal und einer der innovativsten Scheiben des Jahres. Als der geneigte Power Metal Fan den Silberling dann endlich in den Händen hielt und ihn im CD-Player rotieren ließ dürfte er sich allerdings eher entäuscht gefühlt haben.

OK. Zugegeben: Innovativ ist das, was DRAGONFORCE uns hier bieten allemal. Diese Songstrukturen könnten nicht von irgendeiner Band stammen. Dafür muss man schon richtig was auf dem Kasten haben. Und wenn man sich „Inhuman Rampage“ einmal genauer anhört, dann findet man diese Annahme auch bestätigt: In fast jedem Titel leisten sich die fünf einen Ausflug ins Progressive, mit Keyboard- oder Piano-Einlagen. Um das leisten zu können muss man handwerklich schon begabt sein. Am deutlichsten wird diese Begabung wohl in der Ballade „Trail Of Broken Hearts“, die selbst dem gestandesten Metaller noch eine Gänsehaut bescheren dürfte.

Bei dem Rest der Scheibe handelt es sich ausnahmslos um Up-Tempo-Nummern mit ordentlichem Doublebass-Einsatz und hymnischen Refrains. Per se ist das ja eigentlich nichts schlechtes. Schon gar nicht im Power Metal. Aber irgendwie fehlt „Inhuman Rampage“ einfach die Variation. Die Platte knüppelt fast eine Stunde lang durch und ist dann zu Ende. Zwei oder drei Nummern lang mag das ja in Ordnung sein. Aber irgendwann wird’s langweilig. Dann hätten die Jungs wenigstens die Ballade in die Mitte des Albums packen sollen. Dort wo sie jetzt steht, nämlich ganz am Ende, wirkt sie irgendwie, als wäre sie mal eben noch dran geklatscht worden. In der Mitte hingegen hätte sie für Auflockerung sorgen und somit der Langeweile vorbeugen können.

Diese entwickelt sich aber nicht nur auf Grund des eintönigen Tempos, sonder auch ob der genannten Prog-Einflüsse. Auch diese sind natürlich nichts schlechtes. Hin und wieder ein bißchen Prog tut meiner Ansicht nach sogar jeder Power Metal Scheibe gut! Aber DRAGONFORCE übertreiben es einfach und überfordern den Hörer mit vertrackten Strukturen. Dazu kann man ruhig auch die Soli zählen. Denn auf der einen Seite ist es zwar schön, dass es eine Band gibt, die sich noch traut lange und ausufernde Soli zum Besten zu geben. Auf der anderen Seite ist „Inhuman Rampage“ aber auch mit diesem Element mehr als übersättigt.

Für den durchschnittlichen Power Metal Fan ist „Inhuman Rampage“ einfach viel zu vertrackt und überlastet ausgefallen. Ein Progger würden hingegen wahrscheinlich das einfalslose Tempo kritisieren. Und die Formel die DragonForce sich da überlegt haben geht einfach nicht auf. Power + handwerkliches Können + progressive Strukturen ergibt keine gute Power Metal Scheibe. Meistens werden solche Platten schon nach kurzer Zeit langweilig. Bester Beweis dafür? „Inhuman Rampage“ von DRAGONFORCE.

Bewertung: 6.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: