CD-Review: Enforcer - Zentih

Besetzung

Olof Wikstrand - Gesang, Gitarre
Jonathan Nordwall - Gitarre
Tobias Lindqvist - Bass
Jonas Wikstrand - Schlagzeug, Piano, Keyboards

Tracklist

01. Die For The Devil
02. Zenith Of The Black Sun
03. Searching For You
04. Regrets
05. The End Of A Universe
06. Sail On
07. One Thousand Years Of Darkness
08. Thunder And Hell
09. Forever We Worship The Dark
10. Ode To Death


Ganze vier Jahre hat sich die schwedische Heavy-Metal-Institution ENFORCER Zeit gelassen, um „das größte Heavy-Metal-Album aller Zeiten, ohne Limitierungen“ aufzunehmen. Zumindest ist das der Anspruch der Band an ihr neues Album. Inwieweit „Zenith“ aber noch Heavy oder Speed Metal ist, erscheint auch nach mehreren Hördurchgängen immer noch fraglich. Fans der ersten Alben dürften ihre Probleme mit der neuen Scheibe haben und auch Hörer, die zum ersten Mal mit ENFORCER in Kontakt kommen, sollten eine gewisse Offenheit mitbringen.

„Zenith“ startet mit dem bereits vorab veröffentlichten „Die For The Devil“, welches astreiner Stadion-Rock mit hymnischem Refrain ist. Die Nummer dürfte auch in kleinen Clubs funktionieren, schreit aber geradezu nach zehntausenden Kehlen, die den Refrain mitsingen. So  weit, so gut. Verneigt sich der Titeltrack noch vor den Großen des Genres, bricht mit „Regrets“ eine Welt zusammen. Statt pfeilschnellen Riffs und druckvollem Drumming tönen liebliche Abba-Melodien aus den Boxen. Olof Wikstrand säuselt gefühlvolle Vocals über kitschige Keyboard-Melodien und Gitarrist Jonathan Nordwall garniert das Ganze mit AOR-Soli. Das Problem an der Sache ist weniger der krasse Stilwechsel als vielmehr der Umstand, dass man ENFORCER diesen neuen Sound nicht so wirklich abkauft. Vor allem, da mit den beiden Krachern „Searching For You“ und „Thunder And Hell“ zwei echte Übersongs auf „Zenith“ vorhanden sind.

Den Schweden sind Ausflüge in die heimische Pop-Geschichte aber nicht genug. „Sail On“ wildert schamlos in 70er-Funk und -Rock, während „One Thousand Years Of Darkness“ mit zentimeterdicken Keyboardschichten zugekleistert wird und „The End Of A Universe“ komplett auf einen Ohrwurm-Refrain ausgelegt ist. Das ist alles keinesfalls schlecht oder langweilig, aber „Zenith“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Scheibe ein roter Faden fehlt.

ENFORCER drehen wirklich komplett frei und legen sich selbst keinerlei Limits auf, nur leider ist das nicht immer von Vorteil. Die Musiker wirken zu oft zu ambitioniert, egal ob nun bei der bereits genannten Kitsch-Ballade „Regrets“, dem zu sehr auf gefällig getrimmten „The End Of A Universe“ oder dem zwanghaften Bombast-Epos „Ode To Death“. Hohe Ziele und Ambitionen sind schön und gut, nur sollten ENFORCER dabei nicht ihre Stärken aus den Augen verlieren. „Zenith“ ist kein Totalausfall, aber definitiv auch nicht das größte Heavy-Metal-Album aller Zeiten.

Bewertung: 6 / 10

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