Review Ereb Altor – Fire Meets Ice

Da hätte das Infoschreiben gar nicht so dick auftragen müssen und den Bathory-Vergleich hätte man auch etwas seltener bemühen können: EREB ALTOR, das Trio aus Gävle in Schweden, tragen einen Teil dazu bei, den legendären Erfinder des Viking Metal, Tomas „Quorthon“ Forsberg, zu beerben, 2013 tun sie es mit „Fire Meets Ice“ zum vierten Mal.

Ganz klar, was daherkommen muss: epische Melodien, ausladende Songs mit leicht progressiven Strukturen, massive Sounds und gewaltige Chöre. Man merkt es den Skandinaviern von der ersten Sekunde an, sie sind gewillt und auch in der Lage, all ihr Herzblut in die Songs zu stecken und so schaffen sie musikalische Landschaften voller Größe und Erhabenheit. Das Grundtempo dabei ist in den meisten Fällen ausgesprochen niedrig, geschätzte 80 % der Songs auf „Fire Meets Ice“ spielen sich im sehr langsamen Bereich ab und ich muss sagen, gegen 100 % hätte ich auch nichts einzuwänden gehabt.
Das liegt nicht daran, dass EREB ALTOR es zackig nicht drauf hätten, spieltechnisch sauber und phantasievoll setzen sie ihre Visionen auch hier gut in Szene, aber so richtig fett klingen sie einfach dann, wenn die Geschwindigkeit niedrig, die Klangwände aber hoch sind. Die Länge der Lieder ist dabei nicht mal so entscheidend, wie man vielleicht meinen könnte, auch die eher kürzeren Nummern können das epische Niveau oben halten, bei „Post Ragnarök“ gefällt sogar die dezente Härte, die man nicht nur durch schnellere Gitarrenläufe und den einen oder anderen Double-Bass-Einsatz, sondern auch durch harscheren Gesang kreiert. Trotzdem schwebt auch hier über allem das Keyboard, welches ohne Wenn und Aber das dominierende Instrument auf „Fire Meets Ice“ ist.
Perfekt dazu passen die mächtigen Chöre, die für das letzte bisschen Größe verantwortlich sind. Ob es sich dabei um echte Vocals oder „Oh-„, „Ah-“ oder „Ho-„-Gesänge handelt, ist dabei unerheblich. Ob darunter möglicherweise die Story leidet, ist für mich nicht auszumachen, diese scheint den Musikern vielleicht nicht unwichtig zu sein, die Songs funktionieren aber auch ohne ein Konzept, welches über den Dingen steht.

Für wen EREB ALTOR etwas sind, dürfte klar sein, neben Bathory empfhielt es sich auch für Freunde anderer Epik-Wikinger wie Borknagar (vor allem die frühe Mittelphase) und Konsorten. Wenn mans sich recht überlegt, verzeichnet „Fire Meets Ice“ praktisch keinen Ausfall, auch wenn das sehr akustisch gehaltene „My Ravens“ trotz seiner Kürze etwas langweilt. Großartige Momente hält dafür, und das ist mehr als ein Ausgleich, „The Chosen Ones“ bereit, denn man wird förmlich erschlagen von der Dichte und mitgerissen von der Leidenschaft, die in diesen knapp sieben Minuten steckt. Folglich ein absoluter Anspieltipp, ansonsten kann ich noch zu zum Titletrack und zum Rausschmeißer „Our Legacy“ raten – und natürlich zur Anschaffung von „Fire Meets Ice“!

Wertung: 8 / 10

Publiziert am von Jan Müller

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