Review Ereb Altor – Vargtimman

Kann eine Band nach acht guten Alben immer noch unterbewertet sein? Anscheinend schon. Anders kann man sich nicht erklären, dass EREB ALTOR nicht zu den allergrößten Acts im Metal zählen. Einst als Nebenprojekt von Isole gestartet, haben sich die Musiker mittlerweile einen eigenen Stil erspielt. Wer trotzdem Referenzpunkte setzen möchte, kann hier ganz klar Bathory und vor allem auf den letzten Alben Gruppen wie Moonsorrow oder (frühe) Enslaved nennen. Quortons Schaffen widmete die Band 2016 sogar ein komplettes Cover-Album. Nun steht mit „Vargtimman“ das neunte Studiowerk in den Startlöchern.

Dabei bleiben die Schweden ihrem eingeschlagenen Weg treu. War das letzte Album „Järtecken“ ein Stück direkter als seine Vorgänger, haben EREB ALTOR ihren Stil auf „Vargtimman“ nicht noch weiter simplifiziert. Allgemein kann man den neuen Liedern wohligen Stillstand attestieren. EREB ALTOR scheinen in ihrer aktuellen Ausrichtung die richtige Mischung zwischen epischem Heavy und Black Metal gefunden zu haben. Das beste Beispiel dafür ist der Titeltrack, in dem die Skandinavier spielend zwischen ausladendem Mid-Tempo und flotteren Black-Metal-Passagen pendeln. Gerade im Schlussspurt zieht die Nummer noch einmal an und vereint beide Spielarten. Auf eine andere Weise gelingt das in „Rise Of The Destroyer“. Hier ist das Tempo für EREB-ALTOR-Verhältnisse fast schon bahnbrechend hoch. Klar- und Kreischstimme gehen Hand in Hand, der Refrain ist kurz und einprägsam. Rein instrumental bekommt der Hörer hier eine pure Black-Metal-Nummer. Doch die eingestreuten Gesangspassagen lockern den sonst recht simpel gestrickten Song wohltuend auf.

Auch in „Den Dighra Döden“ oder „Ner I Mörkret“ findet die Gratwanderung zwischen den Stilen statt. Gerade der letztere Song bleibt bis zum Ende unvorhersehbar und spannend: Er bietet Variationen in Tempo und Stimmung und ist dabei trotzdem eingängig – hier stimmt einfach alles. „Alvablot“ ist das einzige Stück auf „Vargtimman“, das etwas zu konventionell, fast schon brav, daherkommt. Hier präsentieren sich EREB ALTOR rein von der epischen Doom-Seite. Zum Durchatmen in der Mitte des Albums ist der Track in dieser Form gut. In die Live-Setlist wird er es aber wahrscheinlich nicht schaffen.

Modern und druckvoll klingend, ist das Album natürlich nur stilistisch ein Fest für Bathory-Anhänger. Wer gutem „Hammerheart“-Gerumpel frönt, dem wird „Vargtimman“ viel zu glatt und gerade entgegenschallen. Alle anderen bekommen ein selbst produziertes, transparentes Endprodukt vorgesetzt, bei dem alle Instrumente und Schichten im Mix klar vernehmbar sind.

Am Ende bekommt man so auf „Vargtimman“ das, was man im Vorfeld erwarten konnte: guten, unprätentiösen Viking Metal. Dabei sitzt der Stilmix sicherer denn je. Anders als in der Vergangenheit haben EREB ALTOR nur hier und da marginal an ihrer Ausrichtung geschraubt. Auf ihrem neunten Album geht es lediglich um die korrekte Mixtur der verwendeten Elemente, keines von ihnen ist jedoch neu. Zu hoffen ist, dass EREB ALTOR dieses Mal auf etwas mehr Resonanz stoßen. Verdient hätten es die Schweden, ob ihres stetig guten Outputs, mittlerweile auf jeden Fall.

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Wertung: 8 / 10

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