CD-Review: Forgotten Tomb - ...And Don't Deliver Us From Evil

Besetzung

Herr Morbid – Gesang, Gitarre
A. – Gitarre
Algol – Bass
Asher – Schlagzeug

Tracklist

01. Deprived
02. …And Don’t Deliver Us From Evil…
03. Cold Summer
04. Let’s Torture Each Other
05. Love Me Like You’d Love The Death
06. Adrift
07. Nullifying Tomorrow


Unlängst erst beglückten die Italiener FORGOTTEN TOMB ihre Fans mit Re-Releases ihrer Frühwerke – nun steht mit „…And Don’t Deliver Us From Evil“ die nächste Veröffentlichung aus dem Hause der Suicidal-Black-Metaller an – dieses Mal sogar wieder neues Material.

Los geht es mit dem griffigen „Deprived“, welches zu Beginn genauso gut von den Norwegischen Black’n’Rollern Khold, wie im Mittelteil von der schwedischen Genre-Begründern Shining stammen könnte: Groove wird hier groß geschrieben, schöne Tonfolgen in Distortion- wie auch Cleanpassegen, ein druckvoller Sound und der kraftvolle Gesang von Herr Morbid lassen gleich zu Beginn des Albums die Erwartungen nach oben schnellen. Und in der Tat: Auch in seinem weiteren Verlauf weiß „…And Don’t Deliver Us From Evil“ zu begeistern: Trotz verhältnismäßig langer Songs werden diese, dank ihrer Vielseitigkeit, was Tempo und Feeling angeht, so schnell nicht langweilig. Gewiss, FORGOTTEN TOMB bleiben sich dabei über die ganze Spielzeit hinweg treu und kommen nicht in jedem der sieben Stücke mit einer gänzlich neuen Idee um die Ecke – musizieren dabei jedoch auf einem Niveau, auf dem man sich das bedenkenlos leisten kann.
Und dann kommt sie doch noch, die Überraschung, mit der wohl keiner mehr gerechnet hätte – verbirgt sich hinter dem unscheinbaren Titel „Adrift“ doch an vorletzter Stelle in der Tracklist völlig unerwartet ein absolutes Meisterwerk: Elegant schlängelt sich die Nummer durch Distortion- und Cleanpassagen und lässt aufgrund des mehr als gelungenen Einsatzes klaren Gesangs Parallelen zu aktuellen Werken von Katatonia oder Alcest zu… Vergleiche, mit denen man im Zusammenhang mit FORGOTTEN TOMB nicht unbedingt gerechnet hätte. Und auch, wenn der Rausschmeißer „Nullifying Tomorrow“ definitiv ebenfalls zu den Highlights des Albums gezählt werden muss – diese Nummer kann zumindest auf diesem Album nicht mehr übertroffen werden.

Mit „…And Don’t Deliver Us From Evil“ liefern FORGOTTEN TOMB ein starkes, vielleicht gar ihr bislang stärkstes Album ab – und das in allen Punkten: Angefangen beim Artwork, über die Kompositionen bis hin zum Sound kann man das Werk guten Gewissens als absolut gelungen bezeichnen. Spätestens mit „Adrift“ liefert den endgültigen Beweis, dass sie mehr sind als der italienischer Shining-Verschnitt, für den die Band gerne gehalten wird. Ein, zwei mehr Nummern dieser Klasse, und es wäre durchaus die Höchstwertung in Frage gekommen. So bleibt es bei wohlwollenden 8.5 / 10 Punkten.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: