CD-Review: Forgotten Tomb - We Owe You Nothing

Besetzung

Herr Morbid – Gesang, Gitarre
Algol – Bass
Asher – Schlagzeug

Tracklist

1. We Owe You Nothing
2. Second Chances
3. Saboteur
4. Abandon Everything
5. Longing For Decay
6. Black Overture


Man könnte FORGOTTEN TOMB guten Gewissens als die italienischen Shining bezeichnen: Düstere Atmosphäre, viel Misanthropie und massig Fuck-Off-Attitüde zeichnen seit jeher den Sound der von Herr Morbid bereits 1999 gegründeten Band aus, wie schon in den Albumtiteln klar wird: Auf „Hurt Yourself And The Ones You Love“ (2015) folgt nun „We Owe You Nothing“.

Musikalisch jedoch haben sich FORGOTTEN TOMB vom truen Black Metal der Anfangstage kommend, zuletzt in eine gänzlich andere Richtung entwickelt als Kvarforths Shining. So bleiben die Italiener auch auf ihrem neunten Studioalbum ihrer bereits auf dem Vorgänger zelebrierten Auslegung des Begriffs Black Metal als extrem Rock-basierter, hasserfüllter Musik treu. Erneut sucht man Blastbeats oder gesechzehntelte Gitarrenriffs vergebens.

Stattdessen bekommt der Hörer massig „heavy“ Riffs, die fast schon in Richtung Sludge-Doom tendierenden („Second Chances“). Spätestens beim groovigen Bass-Intro zu „Abandon Everything“ ist klar: Fans von Bands wie Black Tusk und Konsorten dürften mit diesem Album mehr anfangen können als so manch eingeschworener Black Metaller.

Dazu trägt Herr Morbid auch mit seiner Performance hinsichtlich der Vocals kräftig bei: Mit viel Stimme in den Screams, wie man es im Black Metal beispielsweise von Morten Shax (Endezzma) her kennt, ist der Gesang sicherlich Geschmackssache. Zum sludgig angehauchten Stil der Musik passt diese Art zu singen jedoch, ebenso wie der leicht mumpfige, weiche Sound der Platte perfekt.

Mit der Slide-Gitarre in „Longing For Decay“ stoßen FORGOTTEN TOMB den Hörer nochmal mit der Nase auf die Tatsache, dass das rotzige Statement „We Owe You Nothing“ durchaus auch als Ansage gegenüber den Fans verstanden werden kann: Wenn Herr Morbid schwarzmetallen angehauchten Southern / Sludge machen will, macht er das auch. Daran ändert es gar nichts, dass sich so mancher Fan wohl eher ein zweites „Springtime Depression“ gewünscht hätte.

Bewertung: 7.5 / 10

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