Review Grave Digger – The Last Supper

  • Label: Nuclear Blast
  • Veröffentlicht: 2005
  • Spielart: Heavy Metal

Auch in der heutigen Zeit ist es doch wunderbar, dass es noch Bands gibt, bei denen man sich bei neuen Alben nicht vor Überraschungen „fürchten“ muss, sondern gewohnt hochklassigen Heavy Metal geboten bekommt, wie es bei Grave Digger seit nunmehr 25 Jahren Bandgeschichte noch immer der Fall ist. Auch „The Last Supper“ bietet eine Stunde typische Musik des Urgesteins. Auch wenn diesmal man mit dem letzten Abendmahl ein (loses) Konzept als Grundthema hat, ändert das ungefähr gar nichts an der musikalischen Ausrichtung. Das Frontbild und das gesamte Artwork finde ich hier auch sehr gelungen, standardmäßig wurde wie zu jedem neuen Album auch die Internetseite der Band komplett überarbeitet.

Nach dem ruhigen Intro „Passion“ steht mit dem Titelstück gleich am Anfang eine hartrockende und schleppend-tiefe Nummer, die sich mit ihrem mitreißendem Refrain einen Stammplatz im Liveset erkämpfen wird, ohne Zweifel. „Desert Rose“ zieht dann gleich andere Seiten auf und hämmert ein schnelles Thrash-Riffing mit heftigem Drumming herunter, welches auch einer Band wie Destruction gut zu Gesicht stehen würde. Zwischendrin stehen neben kleinen Verschnaufpausen ein hymnischer Refrain, der sich gut einprägen will.
Da auch alle restlichen Stücke sich nahtlos zu den bisherigen Songs der Bandgeschichte fügen und – mal wieder – kein einziger Ausfall dabei ist, bedarf es nicht unbedingt weiterer Beschreibungen aller Lieder. Das sehr groovige „Grave In The No Man’s Land“ ist vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, geht aber gleich ins Ohr. Auch die ruhigen Töne kommen hier natürlich wieder nicht zu kurz, so ganz nebenbei scheinen Grave Digger hierauf die beiden besten (Halb-)Balladen ihrer Karriere gebannt zu haben. „Crucified“ beginnt erst nur mit Akustikgitarre und steigert sich dann langsam zu einem Stück mit vielen Emotionen, eben eine Halbballade, wie sie sein soll. Dann wäre da auch noch „Always And Eternally“, welches mit dem Keyboardspiel in bester Tradition an „Silence“ und „Hero“ von den letzten beiden Alben anschließt, diese beiden aber mit Leichtigkeit toppen kann.
Als kleinen Höhepunkt der Scheibe und Anspieltipp würde ich wohl das treibende „Black Widow“ mit seinem sehr genialen Refrain und tollen Melodien auswählen. Ein schnelles Stück, wie es alle Fans der Band lieben und wie es eigentlich auf jeden Album der Tötengräber stehen muss, schon beinahe.

Mit der hervorragenden Produktion kann man an diesem Album also nichts schlechtes finden. Es sei denn, man wirft der Band vor, sie würde sich nicht weiterentwickeln. Das erwartet zwar keiner von ihnen, aber irgendwie ist das halt auch schade. Auch auf „The Last Supper“ gibt es wieder nichts wirklich neues zu hören und im Vergleich zum Vorgänger „Rheingold“ fällt das Material ein wenig ab und verliert vor allem in der Langzeitwirkung. Wie gesagt, kein schlechtes Album, aber irgendwann wirds langweilig.

Wertung: 7 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.