CD-Review: Haxandraok - Ki Si Kil Ud Da Kar Ra

Besetzung

Saevus H. Aldra-Al-Melekh – Gesang, Gitarre
Marcello Szumowski – Schlagzeug

Tracklist

01. The Temptress Of Ud Da Kar Ra
02. Ba’al Zel Bul At The Gates Of Nox
03. Tower Sub Rosa
04. Lilith Unbound
05. La Sorciere Rouge


Eines muss man HAXANDRAOK lassen: Wenn es um sperrige Namen geht, ist das griechisch-polnische Duo definitiv ganz vorne mit dabei. Und das nicht wegen ihres etwas sperrigen Projektnamens, sondern weil ihr Debüt auf den fast dadaistisch anmutenden, auf alle Fälle kaum aussprechbaren und noch schwerer zu merkenden Namen „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“ hört.

Was sich musikalisch hinter diesem Wort-Ungetüm verbirgt, lässt sich fast schon aus den begleitenden Fakten erschließen: Vorne auf dem düster-grauen Artwork (im Digipak mit toller Raufaserkarton-Haptik) prangt ein mystischer Symbolmix aus Ranken, Runen und Reptilien. Und auf der Rückseite prangt das Logo von Ván Records, jenem deutschen Underground-Label, das seit jeher für im besten Sinne verschrobenen (Black) Metal steht.

Diese Kriterien erfüllt auch „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“: Die Musik von HAXANDRAOK ist in der Grundstimmung düster, roh und schwarzmetallen. Dazu etwas rituelles Tamtam, etwas orientalischer Charme und etwas Sludge-Feeling – und fertig ist ein wuchtiges, atmosphärisches Album. Woran es „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“ allerdings mangelt, ist jenseits des fraglos einmalig sperrigen Titels echter Individualismus: Exakt dieser Stilmix ist schließlich längst zum Trend verkommen.

Das macht „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“ vielleicht weniger „speziell“, aber nicht schlechter: Schon im Opener „The Pemptress Of Ud Da Kar Ra“ vereinen HAXANDRAOK Tribal-Percussions, rabiaten Black Metal und viel Melodie mit Klargesang sowie besagter orientalischer Komponente. Das Resultat lässt an eine Sludge-Version von Melechesh denken. Da HAXANDRAOK sämtliche ihrer Songs mit einer solchen Vielzahl an Elementen garnieren, während das Album mit knapp 30 Minuten eher knapp gehalten ist, bleibt tatsächlich kaum Zeit für Langeweile. Auch der Sound kann sich hören lassen. Einzig, dass immer wieder – gewollt oder unbeabsichtigt – ein Knistern zu hören ist, als hätte bei den Aufnahmen eine Spur übersteuert, fällt hier negativ auf.

Sieht man von diesem technischen Detail ab, ist „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“ ein rundum stimmiges Album geworden, das unter Freunden von etwas extravagantem Black Metal, wie es die Ván-Stammkunden in der Regel sind, seine Fans finden wird. Noch etwas mehr kompositorischer Mut, sich in dem aktuell so beliebten Genre hervorzutun, könnte HAXANDRAOK nicht schaden – für ein Debüt ist „Ki Si Kil Ud Da Kar Ra“ aber allemal gelungen.

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Bewertung: 7.5 / 10

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