CD-Review: Iron Maiden - Fear Of The Dark

Besetzung

Tracklist

01. Be quick or be dead
2. From Here To Eternity
03. Afraid To Shoot Strangers
04. Fear Is The Key
05. Childhood's End
06. Wasting Love
07. The Fugitive
08. Chains Of Misery
09. The Apparition
10. Judas Be My Guide
11. Weekend Warrior
12. Fear of the dark


Nach dem vielleicht eher enttäuschenden „No Prayer for Dying“ brachten die Männer rund um Bruce Dickinson 1992 mit „ Fear of the dark“ eine Scheibe hervor die wieder in die richtige Richtung einen Ausschlag gab, jedoch Dickinson die Band nach den 2 Live-Scheiben „A Real Live one“ und „A real dead one“ verließ und es qualitativ wieder mit Blaze Bayley als Frontmann einen Einbruch gab. „Fear of the Dark“ ist somit das letzte Studio Album der ersten Dickinson-Ära, bevor dieser sich seinen Solo- Ausflügen widmete.

“Be quick or be dead“ ist die erste Single-Auskopplung des Albums und eröffnet es mit einer ordentlichen Portion an Geschwindigkeit. Der Refrain ist zum Mitsingen vielleicht ein wenig zu schnell, nichts desto trotz ist „Be quick or be dead“ einer der Songs, die einem gleich einfallen, wenn man an Iron Maiden denkt. Mit „From here to Eternity“ wird zuerst etwas auf die Bremse gedrückt, bis dann nach einigen Sekunden wieder Gas gegeben wird und so ein ordentlicher Up-Tempo Song mit eingängigen Refrain bei rauskommt.

„Afraid to shoot the stranger“ ist ein recht eigenwilliger Song bei dem Dickinson schon fast in Sprechgesang den Song einleitet bis nach 2:40 endlich einmal die Gitarre aus dem Koffer geholt wird und das Tempo sich gleich schon einmal im etwa 60 sekündigen Gitarren-Solo erhöht bis nach einem kleinen Schlagzeugzwischenspiel ein weiteres Gitarrensolo folgt. Sehr abwechslungsreich, sehr innovativ. Gesungen wird im ganzen Song keine einzige zusammenhängende Strophe, sondern immer es entstehen immer wieder nur „Textbrücken“ vom einem Gitarrensolo zum Nächsten bei denen sich das Thema jeweils wiederholt.

Mit „Fear is the key“ gibt es zum ersten Mal einen qualitativen Einbruch auf der Cd. Der Song ist nicht wirklich schlecht, aber auch nichts besonderes, es fehlt das letzte bisschen „Etwas“, welches diesen Song gut macht, ein Grund kann dafür sein, das der Song für meinen Geschmack 90 Sekunden zu lang ist. Ähnlich verhält es sich mit „Childhood’s End”. Der Song ist zwar am Anfang recht eingänglich und durch die in den Vordergrund gemixte Drums recht dynamisch flacht dann aber leider ab, so dass selbst der Refrain den Hörer langweilt.

Fünf Lieder mußte man warten, bis die erste Ballade aus den Boxen ertönt, leider ist auch „Wasting Love“, bis auf den Refrain nicht mehr als guter Durchschnitt. Man hat jedoch das Gefühl das Teile von „Wasting Love“ als Vorbild für „The Ghost of the Navigator“ vom letzten Studioalbum „Brave New World“ herhalten mussten.

Bei „The Fugitive“ knallt es zu Beginn erst einmal ordentlich hinter den Drums, die sehr kraftvoll und mit düstern Aspekten wirken, bis Dave Murray wieder die Stimmung aufhellt. Jedoch bietet der gesamte Song nicht besonderes, ist leider wieder nur durchschnittlich und reißt einen nicht vom Hocker. „Chains of Misery“ hingegen ist eine Art Geheimtipp. Nicht besonders kraftvoll und dynamisch, dafür ein eingängiger Refrain und Tempowechsel. Mit „The Apparition” geht es wieder bergab, der Song gibt nichts, was noch nicht vorher dargewesen ist. Langweilig, ohne Höhepunkte und vollkommen monoton.

Im Vorfeld dieses Reviews las ich mir verschiedene Kritiken zum Album durch und in jedem Review kam „Judas be my guide“ schlecht weg, für mich jedoch vollkommen unverständlich. Der Song rockt von vorne bis hinten und im Refrain kommt Dickinsons markante Stimme wunderbar rüber. „Weekend Warrior“ erleidet das gleiche Schicksal wie „The Apparition“ zwei Lieder vorher, denn WW ist eingekeilt von zwei starken Songs und geht zwischen diesen einfach unter. Textlich ist der Song recht intelligent und teilweise humorvoll geschrieben. Musikalisch jedoch wieder nur blanker Durchschnitt, der weder kraftvoll, noch dynamisch und nur wenige Tempowechsel vorzuweisen hat.

„Fear of the dark“ an sich zählt zu den Klassikern im Metal-Genre und ist vielleicht sogar der beste Song, den Maiden bzw. Steve Harris je geschrieben haben/hat. Düster, rockig, aggressiv und kommt vor allem Live sehr gut rüber (siehe „Rock in Rio“ – 250.000 Zuschauer im Duett mit Dickinson).

Fazit: Eine Bandhymne zum Schluss, drei sehr starke Songs zu Beginn und viel Durchschnittsware im Mittelteil. Dies könnte man als Fazit zu Maidens achtem Studioalbum nennen. Sicherlich bildet „Fear of the Dark“ nicht die Speerspitze der maidenschen Schaffenszeit, aber es ist trotzdem ein gutes Album, das man sich gerne auch öfters anhören kann.

(Ben)

Bewertung: 7.5 / 10

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