CD-Review: Iron Maiden - Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City

Besetzung

Bruce Dickinson - Gesang
Adrian Smith - Gitarre
Dave Murray - Gitarre
Janick Gers - Gitarre
Steve Harris - Bass
Nicko McBrain - Schlagzeug

Tracklist

CD 1:

01. Churchill's Speech
02. Aces High
03. Where Eagles Dare
04. 2 Minutes To Midnight
05. The Clansman
06. The Trooper
07. Revelations
08. For The Greater Good Of God
09. The Wicker Man

CD 2:

01. Sign Of The Cross
02. Fight Of Icarus
03. Fear Of The Dark
04. The Number Of The Beast
05. Iron Maiden
06. The Evil That Men Do
07. Hallowed Be Thy Name
08. Run To The Hills


Live-Alben von IRON MAIDEN gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer – nicht ohne Grund, denn die britischen Heavy-Metal-Mitbegründer gehören seit Jahr und Tag zu den besten Live-Bands der Welt. Auf dem Papier erfüllt „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City“ die meisten Voraussetzungen für ein gelungenes Live-Dokument: Zwar wurde hier keine einzelne Show verewigt, aber wie dem Titel zu entnehmen zumindest aus drei aufeinander folgenden, am gleichen Ort eingefangenen Konzerten zusammengeschnitten. Die Songauswahl erstreckt sich dazu über einen Großteil der Karriere der Briten und obendrein ist es eine Live-CD von IRON MAIDEN – da kann eigentlich nichts schiefgehen. „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City“ könnte also unbesehen durchgewunken werden, allerdings haben Bruce Dickinson und Co. durchaus eine eindringliche Begutachtung ihrer neuesten Live-Platte verdient.

Die Songauswahl bietet dabei keine und etliche Überraschungen zugleich – paradox, doch das lässt sich aufklären: Die Setlist von „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City“ deckt sich mit der, die IRON MAIDEN auf ihrer letzten Tour in so ziemlich jeder Stadt gespielt haben. Das war zu erwarten. Nun versetzen uns die besten Live-CDs aber zurück in jenen magischen Augenblick da wir das Gebotene selbst erleben durften. Und damals war es durchaus eine Überraschung, dass Songs wie beispielsweise „Where Eagles Dare“, „The Clansman“ oder „Sign Of The Cross“ ihren Weg ins Programm gefunden haben. Klar, ohne „The Number Of The Beast“ oder „Fear Of The Dark“ geht’s bei IRON MAIDEN nicht, aber neben solcherlei Dauerbrennern enthält das Set aus Mexiko City erfrischend viele Songs, die man schon lange nicht mehr von der Truppe gehört hat.

Wenn die Songauswahl stimmt, muss nur noch die Atmosphäre in Ordnung gehen und schon steht einem amtlichen Live-Erlebnis auch im heimischen Wohnzimmer nichts im Wege. Wie zu erwarten enttäuschen IRON MAIDEN auch hier nicht: „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live in Mexico City“ sorgt ab dem legendären Intro „Churchill’s Speech“ für wohlige Gänsehaut – ein Gefühl, das dank der superben Performance der Band an diesen drei Abenden bis zum letzten Ton anhält. Der Sound wurde fett und druckvoll eingefangen und abgemischt, wobei insbesondere das Publikum bestens im Mix auftaucht und so für die nötige Stadionatmosphäre sorgt. Natürlich sind die Briten bei Metalfans überall auf der Welt gern gesehen, aber nirgendwo lösen die eisernen Jungfrauen wohl größere Beigeisterungsstürme aus als in Mittel- und Südamerika. Mexiko war also quasi ein Heimspiel für die Truppe.

Während CD Nummer eins mit den erwähnten Songs sowie dem ebenfalls nicht zum Standardrepertoire gehörenden „For The Greater Good Of God“ von „A Matter Of Life And Death“ (2009) den unvorhersehbareren Teil der hier eingefangenen Show ausmacht, wird es auf CD zwei eher traditionell – aber nicht weniger gut. Songs wie „Iron Maiden“, „Run To The Hills“ oder „The Evil That Men Do“ kann man erstens immer wieder hören und zweitens veränderte sich ja auch der Live-Sound von IRON MAIDEN über die Jahre. Tatsächlich scheint es, als würden die Gitarren hier etwas roher und rockiger und auch der Bass etwas fetter rüberkommen als in der Vergangenheit. Das mag an der Produktion dieser Live-CD liegen, aber auch die soll die Abende in Mexico City ja authentisch wiedergeben. „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City“ bietet also eine Momentaufnahme von IRON MAIDEN im Jahr 2019 und die klingt schlicht verdammt gut.

Ja, es stimmt, mit Live-Alben von IRON MAIDEN kann man bis auf sehr wenige Ausnahmen nichts falsch machen. Die britischen Heavy-Metal-Mitbegründer gehören zu den besten Live-Bands dieses Planeten und es müsste schon einiges im Argen liegen, wenn ausgerechnet Bruce Dickinson und seine Mannschaft einen unterdurchschnittlichen Mitschnitt ablieferten. Dennoch gibt es auch hier Abstufungen und „Nights Of The Dead, Legacy Of The Beast: Live In Mexico City“ ist seinem Vorgänger „The Book Of Souls: Live Chapter“ alleine schon dadurch überlegen, dass hier nur ein Aufnahmeort zu hören ist – das ist nicht der Königsweg, aber in jedem Fall besser als ein Zusammenschnitt aus fünf Kontinenten. Ansonsten halten IRON MAIDEN hier das enorm hohe Niveau, das man von ihren Auftritten gewohnt ist, weshalb auch dieses Live-Dokument jedem Fan wärmstens ans Herz gelegt sei. Weil man aber nie zufrieden sein sollte oder kann, kommt hier doch noch Kritik: Nächstes mal bitte wieder EINE ganze Show und obendrein mit Bluray, denn IRON-MAIDEN-Konzerte sehen zu gut aus, um sie bloß anzuhören. Danke!

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Bewertung: 8.5 / 10

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