Jani Liimatainen - My Father's Son Coverartwork

Review Jani Liimatainen – My Father’s Son

JANI LIIMATAINEN kennt man als Gitarristen von Insomnium und The Dark Element, auch bei Sonata Arctica war er bis 2008 aktiv. Nun begibt sich der Finne auf Solopfade und versammelt bei seinem nach sich selbst benannten Projekte einige Größen aus der Szene um sich: Die Gästeliste mit Musikern von Soilwork, Stratovarius, Sonata Arctica, Smackbound und weiteren liest sich schon mal vorzüglich. Bei den meisten Bands der auftretenden Musiker hat Jani Liimatainen selbst schon mitgespielt oder ist mit ihnen getourt, die Gästeliste hat sich also scheinbar wie von selbst erstellt. Liimatainen lässt die Insomium-Melancholie bei seinem Soloprojekt größtenteils außen vor, „My Father’s Son“ klingt eher so, wie sich die Liste liest und bietet melodischen Heavy/Power Metal.

Die erste Vorabsingle „All Dreams Are Born To Die“ war als Anheizer für das Album perfekt gewählt: Mit Tony Kakko von Sonata Arctica ist einer der wohl besten Metal-Sänger der Gegenwart dabei und der Track geht mit tollen Melodien und einem straighten Riff gut voran, darüber hinaus kann der melodische Refrain überzeugen. Vor allem ist es interessant, Kakko in einem direkten und weniger verspielten Song als bei seiner Hauptband zu hören. Der Song kitzelt ein paar ungewöhnlichere Noten aus seinen Stimmbändern heraus, kann aber vor allem seine Stärken nutzen und baut darauf auf.

Bei den weiteren Songs verhält sich das ähnlich. Der Opener „Breathing Divinity” ist gemäß der vollen Stimme von Björn „Speed“ Strid ein warmer, fast souliger Track und fühlt sich nicht wenig nach The Night Flight Orchestra an. Anette Olzon bekommt einen flotten, folkigen Song spendiert („I Could Stop Now“), Stratovarius-Frontmann Timo Kotipelto besingt eine ausladende, kraftvolle Ballade („Who Are We“) und einen melodischen Uptemo-Song mit epischem Chorus („Into The Fray“).

Das zeigt auf der einen Seite die Stärke von Liimatainen als Songwriter, da er es wunderbar versteht, die Stärken seiner Vokalisten herauszustellen und zu nutzen. Auf der anderen Seite nimmt das etwas die Spannung aus dem Projekt, da die Sänger und Sängerinnen auf sie zugeschnittene Songs singen – dabei geht schnell die Spannung verloren. Es stellt sich sogar etwas Ernüchterung ein, weil „My Father’s Son“ dadurch wie eine Compilation von Tracks verschiedener Bands wirkt und weniger wie ein zusammenhängendes Album. Sich selbst hat Liimatainen mit „Haunted House“ eine emotionale Ballade geschrieben, die er mit ruhiger Stimme singt – eine der Überraschungen des Albums. Des Weiteren wäre es schön gewesen, wenn – ähnlich bei Kakko – die Gastsänger auch etwas gefordert worden wären. Leider dürfen diese alle in ihrer kuschlig warmen Komfortzone bleiben und singen eben genau so, wie man es von ihnen erwartet.

„My Father’s Son“ ist keine schlechte Scheibe, schließlich haben sich bei JANI LIIMATAINEN zahlreiche gestandene und hochqualitative Musiker versammelt. Der rote Faden und das spannende Element fehlt dem Album aber weitgehend. Es fühlt sich kaum wie ein zusammengehöriges Werk an. Esa Holopainen beispielsweise hat es mit SILVER LAKE wesentlich besser geschafft, dieses Gefühl zu erzeugen. Vielmehr wirkt „My Father’s Son“ wie eine zusammengestellte Playlist von melodischen Power-Metal-Songs ähnlicher Machart ohne besondere Note. Das ist schade, hier wäre mehr drin gewesen.

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Wertung: 6 / 10

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