Review Jehovah On Death – Lágrimas De Oro

Wenn der Pressetext relativ wenig bis gar nichts über eine Band und ihr Schaffen preisgibt, dann passiert das entweder, weil Anonymität heute total cool ist, oder weil die Musik – hoffentlich – so tragfähig ist, dass sie keine Namen benötigt. Was JEHOVA ON DEATH betrifft, so kann man, um ein Stück Fazit vorwegzunehmen, davon ausgehen, dass Letzteres zutrifft. Denn mit ihrem Debüt „Lágrimas De Oro“ (übersetzt etwa „Goldene Tränen“ oder „Tränen aus Gold“) werden die Griechen für einige Furore innerhalb des Occult Rock sorgen.

Denn obwohl die Band im Rock-Genre zu Hause ist, tragen ihre Songs etwas sehr „Metallisches“ mit sich. Da wundert es wenig, dass der titelgebende Opener „Lágrimas De Oro“ direkt jede Menge Temperament aufs Parkett bringt. Der Occult Rock von JEHOVA ON DEATH verströmt dabei sofort enorme Energie. Gitarren und Drums bilden eine extrem stimmige Einheit, die den griechischen Geist der Band auf den Punkt bringt. Straighte Beats treffen auf feine Soli, elegant eingeflochtene Akustikgitarren und – selbstverständlich – stilechte Kastagnetten. Überdies passt der weibliche Gesang hervorragend ins Bild und zeigt, dass eine kleine Düsternis mit jeder Menge treibender Energie zu den Trademarks der Band zählt.

Mit dem folgenden „Sacerdotal Fire“ bestätigt sich dieser Eindruck noch einmal. Der Song ist unglaublich schmissig und geht, ohne in Kitsch abzudriften, sofort ins Ohr. Es ist ziemlich beachtlich, wie ernst JEHOVA ON DEATH ihr Genre nehmen und wie leichtfüßig sie zugleich damit umgehen. Die fast schon unverschämt lässige Attitüde eines „Catherine Wheel“ wirkt wie locker aus dem Ärmel komponiert und ist dabei so energetisch, dass man nicht umhinkommt, sich dazu zu bewegen. Ein wenig wehmütig wird man hingegen, wenn „Suspiria (Diableria)“ aufzeigt, welchen Weg GHOST auch hätten einschlagen können. Locker, melodisch und trotzdem treibend brauchen JEHOVA ON DEATH spätestens ab der Hälfte von „Lágrimas De Oro“ nichts mehr zu beweisen.

Schlussendlich ist es tatsächlich vollkommen egal, welches Stück man zur Beschreibung dessen heranzieht, was die Band hier leistet, denn alle bereits genannten Attribute werden konsequent durchgezogen. So bleiben die leichtfüßigen wie drückenden Arrangements, wie sie „Blood Madonna“ auffährt, garniert mit großartigen Soli, genauso im Ohr wie der reine Geist des Rock ’n’ Roll auf „Ride On Ye Furious Host“, der jedem Fan von AC/DC bis DOOL ein dickes Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Wenn JEHOVA ON DEATH dann mit „Lord, Let Me Be Your Instrument Of Pain“ über schöne Melodieläufe der Gitarren und gesetztes Drumming einen fast schon schwelgenden Abschied einleiten, ist es gleichermaßen schade, dass „Lágrimas De Oro“ bereits endet, wie es sich gut anfühlt, einfach den Repeat-Button zu drücken, um diesen Albumtrip erneut zu erleben.

Das Fazit kann man sich eigentlich beinahe sparen, denn wirklich viel mehr gibt es über das Debüt von JEHOVA ON DEATH nicht zu sagen. Zweifelsfrei wird das Genre des Occult Rock mit dieser Veröffentlichung nicht nur ordentlich aufgemischt, auch weit darüber hinaus dürfte „Lágrimas De Oro“ für einiges Aufsehen sorgen. Die Spannung auf alles Kommende ist jedenfalls enorm hoch. Bleibt nur zu hoffen, dass die Truppe den hohen Standard halten kann, den sie mit dieser Scheibe setzt.

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Wertung: 9 / 10

Philipp Sorger

Publiziert am von

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