CD-Review: Judas Priest - Demolition

Besetzung

Tim "Ripper" Owens - Gesang
Glenn Tipton - Gitarre
K.K. Downing - Gitarre
Ian Hill - Bass
Scott Travis - Schlagzeug

Tracklist

01. Machine Man
02. One On One
03. Hell Is Home
04. Jeckyl And Hyde
05. Close To You
06. Devil Digger
07. Bloodsucker
08. In Between
09. Feed On Me
10. Subterfuge
11. Lost And Found
12. Cyberface
13. Metal Messiah


Das 18. Album der einstigen Heavy Metal-Götter beginnt gleich mit starken Riffs, dass das schnelle “Machine Man” einläutet. Ripper Owens’ Stimme dringt kraftvoll in die Gehörgänge ein und macht Lust auf mehr… Doch jeder Priest-Fan und Freunde des klassischen Heavy Metals werden schon bei „One On One“ enttäuscht. Gleich zu Beginn muss man sich unnatürlich wirkende verzerrte Klänge anhören, die sich durch den ganzen Track schleppen und bei genauerer Betrachtung doch sehr schlimm sind. Allgemein kann man zu „One On One“ sogar ganz gut bangen, aber das reicht nicht zu einem guten Lied aus. Zeitweise schleichen sich sogar HipHop-mäßige Zwischensequenzen ein. Schleppend-schwer kommt „Hell Is Home“ daher. Extrem tiefer Rhythm’n’Bass dominiert hier über weite Strecken. „Jekyll And Hyde“ beginnt verheißungsvoll mit schnellen Hammerriffs und hat eine selbstbewusste Ausstrahlung und stellt mit starken Backing Vocals und einer beängstigenden Atmosphäre ein Highlight des Albums.

Die Ballade „Close To You“ ist ebenfalls stark und kann überzeugen, und schafft es gar melancholisch zu wirken… Depressiv, traurig und gut. Die zweite Ballade „Lost And Found“ ist ebenfalls hörenswert, aber eher Mut machend. Mit dem Sound von „Devil Digger“, „Bloodsuckers“ und „In Beetwen“ kann ich mich dagegen wieder überhaupt nicht anfreunden, dieses künstliche passt nicht zu Priest. „Feed On Me“ klingt schon wieder etwas besser, härter. Wenn mich auch stört, dass Ripper Owens zeitweise nicht weiß ob er sprechen oder schreien, singen oder rappen will, alles wirkt in sich irgendwie unharmonisch. „Subterfuge“ ist dann wieder eines der wenigen überzeugenden Lieder, es regt zumindest gut an um zu Bangen, und auch der Rhythmus klingt gut. „Cyberface“ hört sich nach einer Mischung aus Reinfall und Durchfall an, und „Metal Messiah“ klingt eher nach einer Mischung aus Elektronik, New Metal und vereinzelten HipHop-Elementen, siehe der Gesang… Kann man sehen wie man will, aber man muss sicher nicht begeistert davon sein. Viele Effekte, viel Elektronik… aber wenig Priest.

Schuster, bleib bei deinen Leisten – Das gilt auch für die alten Herren von Priest, die nicht hätten versuchen dürfen, sich wieder einem aktuellem Trend anzuschließen. Schade, dass diese ehemals wohl beste Heavy Metal Band ihrer Zeit sich so gewandelt haben – „Demolition“ ist demnach ein prächtig gewählter Titel für das Album, denn der Mythos Priest scheint zerstört… Kaum gute und KEIN restlos überzeugender Song auf dieser Platte, viele Experimente… aber kein Priest.

Bewertung: 4 / 10

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