CD-Review: Judas Priest - Firepower

Besetzung

Rob Halford - Gesang
Glenn Tipton - Gitarre
Richie Faulkner - Gitarre
Ian Hill - Bass
Scott Travis - Schlagzeug

Tracklist

01. Firepower
02. Lightning Strike
03. Evil Never Dies
04. Never The Heroes
05. Necromancer
06. Children Of The Sun
07. Guardians
08. Rising From Ruins
09. Flame Thrower
10. Spectre 11. Traitors Gate 12. No Surrender 13. Lone Wolf 14. Sea Of Red


Wenn eine Legende wie die britischen Heavy-Metal-Titanen JUDAS PRIEST ihre bereits stattliche und vor Klassikern strotzende Diskographie um ein neues Werk erweitert, sind sowohl Erwartungen als auch Befürchtungen sehr hoch. Einerseits freut man sich über neues Futter von einer gestandenen Gruppe, andererseits ist es natürlich schade um jede neue Platte, die dann auf ewig im Schatten der oftmals bereits vor Jahrzehnten veröffentlichten Geniestreiche stehen muss. In Bezug auf „Firepower“, das bereits 18. Priest-Album, muss sich aber niemand Sorgen machen. Was JUDAS PRIEST hier entfesseln, ist abermals ein hochklassiges Stück Schwermetall, das geradlinig  und ohne große Umschweife nach vorne geht und vergessen lässt, dass die Gruppe bereits seit 1969 tätig ist.

Auf „Firepower“ klingen JUDAS PRIEST nämlich letztlich derart frisch und unverbraucht, als würden keine Jahrzehnte zwischen dem neuen Werk und großartigen Platten wie „British Steel“ oder „Painkiller“ liegen. Dies zeigt sich sowohl an Rob Halfords energetischer und schneidiger Reibeisen-Stimme als auch an den großartigen Riffs. „Firepower“ versprüht dermaßen viel Old-School-Charme, dass die Platte ohne Weiteres so auch in den 80er Jahren hätte veröffentlicht werden können. Somit erfinden sich JUDAS PRIEST nach knapp 50 Jahren ihres Bestehens nicht noch einmal neu, sondern setzen stattdessen auf die Trademarks, die man von ihnen kennt und schätzt. Und diese klingen auf „Firepower“ hervorragend, wodurch sowohl rasante Heavy-Metal-Kracher wie der Titelsong der „Flamethrower“ als auch bedächtigere Nummern wie das nahezu doomig rockende „Children Of The Sun“ oder die Abschluss-Ballade „Sea Of Red“ vollauf überzeugen können.

Mit 14 Nummern, die eine Lauflänge von fast einer Stunde einnehmen, ist „Firepower“ auch quantitativ üppig ausgefallen. In diesem Kontext ist es jedoch umso bemerkenswerter, dass es sich um durch die Bank hochwertiges Material handelt. Natürlich lässt sich auf der Platte auch der eine oder andere weniger umwerfende Song wie „Lone Wolf“ finden, dem stehen jedoch umso mehr Nummern gegenüber, mit denen JUDAS PRIEST eindrucksvoll beweisen, dass es möglich ist, auch nach so langer Zeit noch neue Hits hervorzubringen. Hierbei zu nennen sind unter anderem „Necromancer“ mit einem Hauptriff, das sich auf Anhieb im Kopf festsetzt, „Traitors Gate“, dessen Refrain mit einer schnellen und eingängigen Gesangslinie punktet, oder „No Surrender“ als geradliniger, kurzweiliger und sofort ins Ohr gehender Stadion-Rocker.

Vom Artwork über die Tracklist bis hin zu den einzelnen Songs kann sich „Firepower“ somit mit Fug und Recht als ein klassisches Heavy-Metal-Album bezeichnen lassen. Mehr als das handelt es sich dabei zusätzlich um eine sehr gute Scheibe von JUDAS PRIEST, die locker die eine oder andere der bisherigen Platten in die Tasche steckt und sich nicht hinter den bandeigenen Klassikern verstecken muss.

Bewertung: 8.5 / 10

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