DVD-Review: Judas Priest - Battle Cry (DVD)

Besetzung

Rob Halford – Gesang
Glenn Tipton – Gitarre
Richie Faulkner – Gitarre
Ian Hill – Bass
Scott Travis – Schlagzeug

Tracklist

01. Battle Cry (Intro)
02. Dragonaut
03. Metal Gods
04. Devil's Child
05. Victim Of Changes
06. Halls Of Valhalla
07. Turbo Lover
08. Redeemer Of Souls
09. Beyond The Realms of Death
10. Jawbreaker
11. Breaking the Law
12. Hell Bent For Leather
13. The Hellion
14. Electric Eye
15. You've Got Another Thing Coming
16. Painkiller
17. Living After Midnight
18. Screaming For Vengeance (Bonus)
19. The Rage(Bonus)
20. Desert Plains(Bonus)


The Priest has returned! Nach dem schwachen „Nostradamus“, das an der Grenze zum Rohrkrepierer wandelte, konnten JUDAS PRIEST mit dem letztjährigen „Redeemer Of Souls“ einigen verspielten Kredit bei ihren Fans zurückgewinnen. Die entsprechende Tour zum Album führe die Engländer unter anderem auch nach Wacken, wo die Band ihre Headlinershow festhielt und nun unter dem Titel „Battle Cry“ auf DVD veröffentlicht.

Als die Töne des gleichnamigen Intros erklingen ist die Bühne noch von einem Tuch, auf dem das Bandlogo prangt, verhangen. Dies fällt natürlich mit dem ersten Riff des Openers „Dragonaut“ (vom aktuellen Album), was die Fans ein erstes Mal jubeln lässt, denn nun sind die legendären Birminghamer live zu sehen.
Und der Song ist mit seinem galoppierenden Riff ein großartiger Opener, der direkt von einer der Bandhymnen gefolgt wird – „Metal God“. Damit gelingt JUDAS PRIEST bereits zu Beginn der Show der Spagat zwischen Gegenwart und Vergangenheit, zwischen den alten Hits – die die Fans hören wollen – und den neuen Songs, die die Band spielen will und vielleicht auch muss, um ihr Album zu promoten. Allerdings finden sich mit „Halls Of Valhalla“ und dem Titelsong „Redeemer Of Souls“ nur noch zwei weitere Tracks des aktuellen Albums in der Setlist von „Battle Cry“, der Rest setzt sich aus den großen Hits von JUDAS PRIEST zusammen.
Damit liest sich die Abfolge der Songs natürlich wie ein Best Of Album: „Turbo Lover“, „The Hellion / Electric Eye“, „You’ve Got Another Thing Coming“, „Breaking The Law“ und „Living After Midnight“ – eine Band, die so mit Hits wuchern kann, ist zweifelsohne zu Recht als Headliner auf dem Wacken. Dazu gesellen sich spannende Nummern wie „Beyond The Realms Of Death“ und „Victim Of Changes“. Die Auswahl der gespielten Songs auf „Battle Cry“ gibt also keinerlei Ansatzpunkte für Kritik.
Auch die Performance der Band ist top. Sicher, Bassist Ian Hill ist – wie schon seit rund 30 Jahren – rechts vom Schlagzeug scheinbar auf der Bühne festgenagelt und bewegt sich keinen Zentimeter, aber auch das gehört zu JUDAS PRIEST. Sänger Rob Halford hingegen animiert die Anwesenden zum Mitsingen und heizt die Stimmung an, was mindestens in gleichem Maße für den neuen Gitarristen Richie Faulkner gilt. Dieser erweist sich als echte Rampensau, der mit den Fans interagiert und diese aufpeitscht, während er scheinbar mühelos die Gitarrenparts des ausgeschiedenen K. K. Downing spielt – ganz stark.
Und doch weiß „Battle Cry“ nur begrenzt zu befriedigen, was zwei Ursachen hat. Erstens: JUDAS PRIEST sind live eine Wucht, aber das liegt an ihrer Musik, nicht an ihrer Show. Entsprechend wirkt der Auftritt auf dem heimischen Fernseher/ PC wenig aufregend, da die Band de facto einfach nur ihre Songs spielt und die Animationen auf der Bühne auch eher retro (um nicht zu sagen altbacken) sind, so gut sie live auch wirken mögen. Aber gut, es sind halt JUDAS PRIEST, denen reichen ihre grandiosen Songs und eine Harley bei „Hell Bent For Leather“ als Showeinlagen. Passt. Was aber tatsächlich den Genuss schmälert ist die Art und Weise, wie „Battle Cry“ abgefilmt wurde. Denn hier bekommt man als Zuschauer das Gefühl, dass man sich schlicht keine Mühe gegeben hat, sondern einfach das veröffentlicht, was das Wacken ohnehin filmt. Es sind die gleichen Kameraeinstellungen, wie man sie jedes Jahr im Fernsehen sehen kann. Qualitativ ist das natürlich in Ordnung, keine Frage, nur erwartet man von einer Live-DVD einer der legendärsten Metalbands überhaupt doch einfach etwas Spezielles und nicht das, was man ohnehin jedes Jahr sehen kann.

Unterm Strich ist „Battle Cry“ daher in zweischneidiges Schwert. Songauswahl und Auftritt der Band sind super, die Bilder rein qualitativ auch, nur eben zu gewohnt, zu wenig umwerfend. Das gilt in gleichem Maße für das Bonusmaterial, welches aus drei zusätzlichen Songs besteht, die auf der gleichen Tour gefilmt wurden. Letztlich eine Veröffentlichung, der man die unbeschränkte Kaufempfehlung nicht wirklich aussprechen kann, da sie schlicht nicht das bietet, was man von Konzert-DVDs mittlerweile erwartet.

Bewertung: 7 / 10

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