Review Karl Sanders – Saurian Meditation

  • Label: Relapse
  • Veröffentlicht: 2004
  • Spielart: Ambient

Mit „Saurian Meditation“ veröffentlichte KARL SANDERS, seines Zeichens Gitarrist und Sänger bei den Death Metal Ägyptologen Nile, Ende 2004 sein erstes Soloalbum, auf dem ausschließlich orientalische Klänge, die auf Nile-Alben als Intros, Outros oder Interludien dienen, zu finden sind. Allerdings geht Karl hier um einiges epischer zu Werke, die Stücke werden teilweise fast bis zu zehn Minuten lang, was bei Nile wohl nie der Fall ist. Natürlich steht Karl Sanders Gitarrenarbeit meist im Vordergrund, allerdings nicht alleinig, denn auch Percussionarbeit, Gesang und dergleichen ist vorhanden. Karl ließ deshalb sich von von seinem Bandkollegen Dallas Toler-Wade und anderen (prominenten) Musikern wie Dave Vincent unterstützen und schafft so ein entspannendes und sehr ruhiges Ambient-Album.

„Awaiting The Vultures“ klingt – seinem Titel gemäß – weniger entspannend, als viel mehr mysteriös, etwas gefährlich und spannungsaufbauend. Sofort hat man unfreiwillig eine ägyptische Wüstenlandschaft, auf welche die Sonne niederbrennt vor Augen. Schon mit dem Opener, der auf der offiziellen Relapse-Seite herunterladbar ist, schafft Karl Sanders einen der meiner Meinung nach besten Songs auf diesem Album. Ein wahrlich entspannender und beruhigender Titel ist das beinahe überlange „Of The Sleep Of Ishtar“, welcher zum ersten mal männlichen, klaren Gesang beinhaltet. Hier schafft das Gitarrentalent erneut eine unglaubliche Atmosphäre, wenn auch eine völlig andere, als beim vorherigen Titel. „Luring The Doom Serpent“ klingt dann durch schnellere Gitarrenparts wieder etwas flotter und erfrischender als das bisherige Material und – wer hätte es gedacht – Karl zeichnet dem Hörer nochmals ein völlig anderes Bild vor Augen. Bevor „The Elder God Shrine“ wieder ein mehr Tempo darbietet, bremst „Contemplations Of The Endless Abyss“ durch seine völlig ruhigen Klänge. Hier ist kein Gitarrenspiel vorzufinden, lediglich entfernd klingender, schallender Männergesang und andere atmosphärische Geräusche.

„Temple Of Lunar Ascension“ und „Dreaming Through The Eyes Of Serpents“ sind Titel, die eher die ruhige Schiene fahren und „Whence No Traveler Returns“, ein fast reines Gitarreninstrumental stellt neben „Awaiting The Vultures“ meinen absoluten Lieblingssong dar. Hier wird einem wieder die Genialität und das Talent dieses Musikers klar. Die zwei letzten Songs setzen dann noch eher wieder auf Atmosphäre, als auf den komplexen Einsatz von Instrumenten und schließen das mit rund 56 Minuten recht lange Werk ab.

Nicht jeder Fan von Nile wird automatisch Interesse an „Saurian Meditation“ finden, da hier keinen Moment lang irgendwelcher harter Death Metal, sondern durch und durch geniale Atmosphäre präsentiert wird. Auch die Produktion ist bestens gewählt, sodass keinen Moment lang irgendetwas untergeht oder verhunzt klingt, was bei einem Album wie diesen natürlich auch fatal wäre. Den Stil des Albums genau festzulegen ist für mich wohl genauso schwer, wie Vergleiche zu anderen Bands anzustellen, da man so etwas wirklich nicht alle Tage zu Hören bekommt. Trotzdem sollte jeder Bewunderer des Nile-Gitarristen mal reinhören und auch Freunde von ägyptischen und anderen nahöstlichen Klängen sollten bedenkenlos zugreifen!

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 6. April 2013 von Metal1.info

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