CD-Review: Lake Of Tears - By The Black Sea

Besetzung

Daniel Brennare - Gesang, Gitarre
Magnus Sahlgren - Gitarre
Mikael Larsson - Bass
Johan Oudhuis - Schlagzeug

Tracklist

01. Intro - To Die Is To Wake
02. Taste Of Hell
03. Illwill
04. The Greymen
05. Boogie Bubble
06. Cosmic Weed
07. As Daylight Yields
08. The Shadowshires
09. Raven Land
10. Sweetwater
11. Demon You / Lily Anne
12. House Of The Setting Sun
13. Making Evenings
14. Crazyman
15. So Fell Autumn Rain
16. Forever Autumn


Manchmal hat man das Gefühl, eine Band schiebt rasch ein Live- oder Best-Of-Album raus, wenn die Inspirationen kurzfristig mal ausgehen. So liegt das aktuelle Album „Illwill“, welches die Schweden LAKE OF TEARS von ihrer eher rockigen Seite zeigte, auch schon wieder drei Jahre zurück und so meldet man sich mal kurz per „By The Black Sea“, einem Livemitschnitt eines Konzertes in der rumänischen Hauptstadt Bukarest, womit der Bogen zum Titel auch schon gespannt ist.

Ja, was soll man da sagen, ein riesiger Fan von Live-Alben bin ich wahrlich nicht, die machen Sinn, wenn man für schmales Geld einen Überblick über eine Band gewinnen will, wenn man aber die Scheibe sowieso alle im Schrank stehen hat, stellt sich schon die Frage, was man mit einer derartigen CD soll. Seien wir mal ehrlich, im besten Fall hat die Band einen guten Tag und zockt sich souverän durch ihr Set, aber die Liveatmosphäre kommt kaum rüber. Noch dazu hat man es bei LAKE OF TEARS mit einem gewissen Phänomen zu tun: Da man sich nicht entscheiden kann, ob man lieber chillige Kiffermucke oder ernsthaften Düsterrock anbieten will, hat man es hier natürlich mit einer bunten Mischung zu tun. Das ist auch ein Grund, warum man sich besser nie alle Alben der Band in eine Playlist laden und dann die Shuffle-Funktion auslösen sollte.
Nun, so muss man beispielsweise den Grat zwischen der Bunte-Blumen-Platte „A Crimson Cosmos“ und dem doomenden Debüt „Greater Art“ beschreiten, denn sinnigerweise hat man Songs dieser beiden völlig konträren Alben direkt hintereinander platziert. Da geht die Homogenität schon etwas verloren.
Sicherlich hat man nach acht Studioalben einen amtlichen Backkatalog und man schafft es auch, bis auf „Of Moons And Mushrooms“ alle Scheiben einzubeziehen. So ist für jeden etwas dabei, zumal dank heutiger technischer (Nach-) Bearbeitungsmöglichkeiten der Sound auch wirklich gut ist, kein Rauschen, keine Rückkopplungen, aber so eben auch keine wirklich Atmosphäre. Natürlich klingt gerade der Gesang schon „live“ und hier und da meldet sich das Publikum mal, ansonsten würde man aber bis auf gelegentliche Ansagen (jaja, LAKE OF TEARS sind Skandinavier) nichts von einem Konzert merken.

LAKE OF TEARS sind live wirklich cool, beim Rock Hard 2008 überzeugten sie mit einer amtlichen Rockshow in gleißender Mittagshitze und wiesen somit ihre Tauglichkeit für die Bühne mehr als nach. Auf CD hört man lieber studioproduzierte Musik und da vor allem gerne diejenigen, die mutmaßlich ohne bewusstseinserweiternde Mittel entstanden sind. „By The Black Sea“ kann man nebenbei mitnehmen, vor allem dann, wenn man die Südschweden noch nicht so kennt, aber viel mehr ist es dann trotz aller Qualität nicht geworden.

Bewertung: 6 / 10

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