CD-Review: Lamb Of God - Resolution

Besetzung

D. Randall 'Randy' Blythe – Gesang
Willie Adler – Gitarre
Mark 'Duane' Morton – Gitarre
John Campbell – Bass
Chris Adler – Schlagzeug

Tracklist

01. Straight For The Sun
02. Desolation
03. Ghost Walking
04. Guilty
05. The Undertow
06. The Number Six
07. Barbarosa
08. Invictus
09. Cheated
10. Insurrection
11. Terminally Unique
12. To The End
13. Visitation
14. King Me


12 Jahre Bandgeschichte, eine Diskographie von fünf Alben und Nummer sechs steht unmittelbar vor der Veröffentlichung ergeben frei nach Adam Riese einen beeindruckend konstanten Release-Schnitt von einem Album alle zwei Jahre, und das über eine verdammt lange Zeit hinweg.
Es gibt nicht viele Bands, denen das so gelingt, und die, die das schaffen, bedienen sich nur all zu oft des mehr oder minder faulen Tricks, sich stilistisch von Album zu Album einfach soweit treu zu bleiben, als dass keine große Kreativarbeit nötig ist, um eben mal wieder ein Album zu schreiben.Nicht so LAMB OF GOD – sind die Amerikaner Richmond, Virginia doch so etwas wie ein Paradebeispiel für die rastlose Band, die nicht nur in schöner Regelmäßigkeit Alben veröffentlicht, sondern sich dabei konstant weiterzuentwickeln versucht, um nicht auf der Stelle zu treten.

Im Jahr 2000 als Metal-Core-Band gegründet, begab man sich nach drei Releases dieses Genres, von denen vor allem „Ashes Of The Wake“ herauszuheben ist, mit „Sacrament“ auf fast gänzlich neues Terrain: Die Amerikaner vereinten mächtig groovende Riffs mit fast schon filigranen Gitarrenlicks mit fast schon als Biowaffe deklarierungspflichtigen Ohrwürmern und erschufen so ein Album, das durch Eingängigkeit, Abwechslungsreichtum und bei alledem eine kräftige Portion Thrash-Metal-Attitüde zu begeistern wusste.
Was mit „Wrath“ darauf folgte, war in gewisser Weise die logische Konsequenz: Statt auf der Stelle zu treten, entwickelten LAMB OF GOD ihren Sound für dieses Album erneut weiter und fokussierten sich dabei auf die Thrash-Komponent, die nun in den Vordergrund gerückt wurde. Von einigen fast schon alibimäßigen Instrumental-Passagen abgesehen wurde hier geprügelt, gesägt und geschrien, was Instrumente und Stimmbänder hergaben – mit dem wohl brutalsten LAMB OF GOD-Album überhaupt als Resultat.

Die große Frage, die sich also im Vorhinein des nun anstehenden, sechsten Albums im Raum stand, war weniger, ob, als viel eher wie sich die Band dieses Mal weiterentwickelt haben würde. Und erneut überraschen mich LAMB OF GOD durch die Konsequenz, mit der sie ihren Weg beschreiten, ist „Resolution“ doch in vielerlei Hinsicht nicht nur ein logischer Nachfolger, sondern zudem ein wieder deutlich stärkeres Album als „Wrath“.
Nach einem zweiminütigen Intro-Stück, das, so abwegig das zunächst klingen mag, auch Celtic Frosts „Monotheist“ fortführen könnte, erkennt man LAMB OF GOD in „Desolation“ schließlich dann doch noch eindeutig wieder. Was folgt, ist so etwas wie eine „Wrath2.0 – Sacrament-Edition“: Die Feinfühligkeit der „Sacrament“-Kompositonen ist zurückgekehrt und mischt sich mit der Härte und Kompromisslosigkeit von „Wrath“. So prügelt „Resolution“ zwar über weite Strecken ebenso wild drauf los, ist dabei jedoch merklich vielseitiger als sein Vorgänger. Nicht zuletzt ist das Sänger Randy Blythe zu verdanken, welcher neben seiner etwas an Panteras Phil Anselmo erinnernden Schrei-Stimme auch gesprochene Verse („The Number Six“) sowie zum ersten Mal überhaupt sogar „echten“ Gesang zum Besten gibt… sehr zum Vorteil des entsprechenden Songs, „Insurrection“.
Und doch macht „Resolution“ es einem nicht ganz leicht, es vorbehaltlos gut zu finden… verstecken sich die wirklich schön ausgearbeiteten Details mitunter doch recht gut unter dem Deckmantel recht monoton vor sich hin knödelnden (Neo) Thrashs, dem auf eine Spielzeit von einer knappen Stunde leider nach hinten hinaus merklich die Puste ausgeht und so auch den ein oder anderen Lückenfüller nicht mehr zu kaschieren weiß.

Mit „Resolution“ beschreiten LAMB OF GOD insofern einen neuen Weg, als dass sie nicht, wie es bei „Wrath“ manchmal den Anschein erweckte, krampfhaft versuchen, sich weiterzuentwickeln. Statt dessen besinnen sich die Amerikaner hier auf die Kernaspekte und Trademarks ihrer beiden letzten Alben, und verbinden diese zu einem waschechten LAMB OF GOD-Album, das prinzipiell jedem Fan der Band gefallen sollte. Sicherlich, an die epische Gitarrenarbeit von „Sacrament“ kommt „Resolution“ nicht heran, zumindest aber wiederholt sich hier nicht das doch recht stumpfe Geprügel, wie man es von „Wrath“ kennt.Doch wo die Ausrichtung durchaus zu gefallen weiß, verschenken LAMB OF GOD wertvolle Punkte auf der Zielgraden, verliert das Album durch seine deutlich zu lange Spielzeit ab der Hälfte merklich an Zugkraft. Hätte man die zehn besten Nummern dieses Albums herausgepickt, und ein Album mit 40 statt 56 Minuten Spielzeit zusammengestellt, wäre hier deutlich mehr drin gewesen. So bleibt es bei etwas enttäuschten 7.5/10 Punkten. Schade!

Bewertung: 7.5 / 10

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