Review Lamb Of God – Ashes Of The Wake

Die Karriere von LAMB OF GOD reicht mittlerweile über 20 Jahre zurück. Sie umfasst unzählige Höhepunkte wie Grammynominierungen und immer größere Shows – aber auch Tiefpunkte wie den Tod eines Fans, den Sänger Randy Blythe 2010 in Prag von der Bühne gestoßen haben soll. Ein musikalischer Höhepunkt und zugleich die Basis des späteren Erfolgs von LAMB OF GOD ist „Ashes Of The Wake“ aus dem Jahr 2004.

Auf ihrem dritten Album gelingt LAMB OF GOD die Transition vom Metalcore der ersten beiden Werke „New American Gospel“ und „As The Places Burn“ hin zu einem eigenen Stil, der sich eher als thrashiger Groove Metal (oder grooviger Thrash Metal?) umschreiben lässt. Schon das Riffing im Opener „Laid To The Rest“ ist eher thrashbasiert. Diese Schlagrichtung definiert auch die folgenden Songs so stark, dass jeder Thrasher mit Liebe zum zackigen Riff „Ashes Of The Wake“ zumindest eine Chance gegeben haben sollte.

Dass ihre Wurzeln im Metalcore liegen, verleugnen LAMB OF GOD dennoch zu keiner Zeit: Das schmissige „Now You’ve Got Something To Die For“ oder das im bedrohlichen Midtempo gehaltene „Omerta“ sind dafür das beste Beispiel. In schnellen wie langsamen Songs haben LAMB OF GOD deshalb nicht nur Biss, sondern auch den Groove, der mancher Thrash-Truppe fehlt. Auch die Tatsache, dass LAMB OF GOD den Fokus voll auf das Riff oder maximal eine Melodie legen, aber – ganz Thrash-Metal-untypisch – nur sehr selten auf Soli zurückgreifen, zeugt von ihrer musikalischen Prägung durch den Metalcore. Wenn auf „Ashes Of The Wake“ doch mal soliert wird – etwa im Titeltrack – verstärkt das den Thrash-Charakter gleich nochmal deutlich. Nicht zuletzt, da für den Song mit Alex Skolnick (Testament) und Chris Poland (ex-Megadeth) gleich zwei Thrash-Größen Soli beigesteuert haben.

Neben dem schnittigen Riffing ist es vor allem Randy Blythe mit seinem gegurgelten Shouting, der LAMB OF GOD bereits auf „Ashes Of The Wake“ ihren unverwechselbaren Charakter verleiht. Die Vergleiche zu Pantera und Phil Anselmo, die LAMB OF GOD in den späteren Jahren immer wieder zu hören bekommen haben, fußen nicht zuletzt darauf: LAMB OF GOD klingen deutlich mehr nach Südstaaten, als ihre Herkunft aus Richmond, Virginia, vermuten ließe.

Am Ende ist „Ashes Of The Wake“ ein stilistisch rundes, durch ein paar Ausflüge in langsamere oder auch schnellere Tempi dynamisch gehaltenes Album, das eine solide Brücke zwischen Metalcore und Thrash Metal schlägt. Schon 2004 konnten sich LAMB OF GOD damit für Hörer beider Genres interessant machen – und den Grundstein für ihre von da an steile Karriere legen. Doch „Ashes Of The Wake“ ist nicht nur ein Klassiker des modernen US-Metals, sondern auch aus heutiger Sicht noch ein bockstarkes Album, das nicht nur Fans der Band kennen sollten.

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Wertung: 8.5 / 10

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