CD-Review: Laurenne/Louhimo - The Reckoning

Besetzung

Netta Laurenne – Gesang
Noora Louhimo – Gesang
Nino Laurenne – Gitarre
Pasi Heikkilä - Bass
Sampo Haapaniemi - Schlagzeug

Tracklist

01. Time To Kill The Night
02. The Reckoning
03. Tongue Of Dirt
04. Striking Like A Thunder
05. Bitch Fire
06. Hurricane Love
07. To The Wall
08. Viper's Kiss
09. Walk Through Fire
10. Dancers Of Truth


Die letzten Monate haben auch für die von Corona gebeutelte Musikindustrie nicht nur Schlechtes gebracht: Viele konnten die Zeit für neue, kreative Ideen nutzen und Projekte starten, die es sonst nie gegeben hätte. In der Metal-Szene sind einige unnötige, einige aus reiner Kalkulation geborene und einige gute Kollaborationen zwischen Musikern verschiedener Bands entstanden. Ein wahres Juwel dieser „Lockdown-Projekte“ ist LAURENNE/LOUHIMO.

Noora Louhimo sollte inzwischen jedem Heavy/Power-Metal-Hörer ein Begriff sein: Als Sängerin von Battle Beast hat sie sich inzwischen einen großen Namen gemacht und kann zweifellos als eine der besten Sängerinnen des modernen Metal bezeichnet werden. Netta Laurenne und ihre Band Smackbound sind dagegen noch ein Geheimtipp, verdienen seit ihrem Debütalbum „20/20“ (2020) aber weit mehr Aufmerksamkeit, als sie bisher bekamen. Der Zusammenschluss der beiden Frauen passt jedenfalls bestens, denn beide haben kraftvolle, charismatische und markante Stimmen, die hervorragend miteinander harmonieren.

Die zehn Songs auf „The Reckoning“ bewegen sich zwischen Hard Rock und melodischem Power Metal, sind immer melodie- und riffgetrieben und gehen direkt nach vorne. „Time To Kill The Night“ zeigt gleich diese Direktheit: Nach kaum zehn Sekunden nickt der Kopf zum führenden Riff mitsamt symphonischer Melodie mit. Der Opener macht auch gleich unmissverständlich deutlich, welch großartiges Gespür für eingängige Melodien und hymnische Refrains LAURENNE/LOUHIMO haben: Praktisch jeder Track hat Hitpotential. Ob es nun wie bei „Tongue Of Dirt“ und „Walk Through Fire“ kantiger und dreckiger zugeht oder fast schon poppig wie bei „Striking Like A Thunder“ und „Viper’s Kiss“ – die Melodien sitzen, die Hooks greifen und der treibende Rhythmus macht Spaß.

Was „The Reckoning“ als Album dann aber richtig aus der Masse heraushebt und zu etwas Besonderem macht, sind die stimmgewaltigen Frauen an den Mikrofonen. Während Noora Louhimo mit ihren vollen, kräftigen Vocals ganze Stadien zum Beben bringen könnte, ist Netta Laurennes Gesang etwas klarer und heller, aber nicht weniger kraftvoll. Über die gesamte Dreiviertelstunde des Albums ergänzen sie sich perfekt, sie scheinen sich über Jahre gesucht und nun endlich gefunden zu haben. Ihre eigenen Stärken können die beiden auch zeigen: Beim an Judas Priest zu „Painkiller“-Zeiten erinnernde „Bitch Fire“ bewirbt sich Noora um die offizielle Rob-Halford-Nachfolge; bei der emotionalen, radiotauglichen Ballade „Hurricane Love“ zeigt Netta ihre sanfte Seite. Das abschließende „Dancers Of Truth“ lässt die Damen mit seiner schweren Getragenheit sogar noch musical-artige Qualitäten beweisen.

LAURENNE/LOUHIMO ist mit „The Reckoning“ ein Glanzstück des melodischen Metal gelungen, das in seinem Genre sicher im Rennen um das Album des Jahres 2021 ist. Die Scheibe ist durchgehend auf hohem Niveau, stark produziert und voller Leidenschaft für den Heavy Metal.

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Bewertung: 8.5 / 10

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