CD-Review: Judas Priest - Painkiller

Besetzung

Rob Halford - Gesang
K.K. Downing - Gitarre
Glenn Tipton - Gitarre
Ian Hill - Bass
Scott Travis - Schlagzeug

Tracklist

01. Painkiller
02. Hell Patrol
03. All Guns Blazing
04. Leather Rebel
05. Metal Meltdown
06. Night Crawler
07. Between The Hammer & The Anvil
08. A Touch Of Evil
09. Battle Hymn
10. One Shot At Glory
11. Living Bad Dreams
12. Leather Rebel (Live)


Das 14. Judas Priest-Album und auch das letzte einer Ära: Ein Jahr später verließ Frontmann Rob Halford die Band. Doch halten wir uns nicht mit Gedanken an die Zukunft auf, wie befinden uns im Jetzt – 1990, Painkiller kommt in die Läden. Kaum liegt das silberne Ding im CD-Player, schon wird man Zeuge des wohl genialsten Intros ever. Der neue Drummer Scott Travis zeigt hier seine ganze Kunst und schafft 20 Sekunden für die Ewigkeit – einfach unbeschreiblich. In Opener „Painkiller“ geht es mit hammerharten Riffs, einer wahnsinnigen Geschwindigkeit und der ein wenig nach oben geschraubten Stimme des nun auch nicht mehr jungen Halford zur Sache. Wer denkt, er braucht mal eine Pause bei dieser Härte, der wird bitter enttäuscht. Von der ersten bis zur letzten Minute gibt es keine Zeit zur Erholung. So fällt auch „Hell Patrol“ in diese Sparte und legt kräftig nach.

Auch bei „All Guns Blazing“ wird nicht vom Gaspedal gegangen. Ein weiteres Riffgewitter bietet „Leather Rebel“, wo sogar noch etwas an der Temposchraube gedreht wurde. Geniale Leads von K.K. Downing stechen gewaltig ins Ohr und hinterlassen einen bleibenden Eindruck, was sich aber auf die gesamte CD bezieht. Der liefert zu „Metal Meltdown“ ein starkes Gitarrenintro, dass dann in weitere, knüppelharte Riffs mündet. Halford leistet hier großartiges, dieser Song lebt von seinen Vocals. Allein die Wechsel zwischen Höhen und Tiefen sind mehr als genial. Von der ersten Sekunde an verbreitet „Night Crawler“ eine gespenstige und gruslige Stimmung, Halford tut das seinige dazu um das Teil zu einem absoluten Kracher zu machen, wie auch die Lead Guitars hier wieder extra hervorgehoben werden müssen… Einfach gigantisch, was hier geboten wird. „Between The Hammer & The Anvil“ wird erstmals die Geschwindigkeit ein wenig zurückgedreht. Das heißt aber nicht, dass dieser Song schlechter ist als seine Kollegen. Mit mehr als genialen Leads wird hier eingeheizt und dem Hörer klar und deutlich gezeigt, wer den Heavy Metal-Markt beherrscht.

Hammerhart und mit grandioser Bassline kommt „A Touch Of Evil“ daher. Ian Hill spielt Halford schon fast an die Wand… Würde er zumindest, falls das auch nur ansatzweise möglich wäre. Und so sind wieder mal Halfords Vocals herausragend. Mit „Battle Hymn“ findet sich auch ein schönes Instrumental, wenn auch nur eine knappe Minute lang. Den Abschluss macht „One Shot At Glory“, dass mit genialen Rhythmus-Gitarren und brillanten Melodien glänzt. Es mag jetzt viele geben, die mit heruntergeklappter Kinnlade dasitzen, und einfach nur denken „Wow. Das isses.“ Und das nicht zu unrecht, denn hier findet sich keine Schwachstelle über das gesamte Album verteilt. Einfach nur göttlich, was diese fünf alten Herren da noch zeigen. Heavy Metal in Vollendung, und leider das letzte Priest-Album mit Rob Halford, der 1991 die Band verlassen wird, und somit das Ende der Metal-Pioniere besiegelt – Diese Band wird nie wieder so sein, wie sie mal war. Wirklich schade.

12 Jahre später wird „Painkiller“ wohl jedem ernsthaftem Metaller ein Begriff sein, der allein beim Namen des Albums im Headbangerhimmel schwebt und sogleich die Augen schließen, die Faust gen Himmel gereckt einfach nur ungehemmt losbangen will… Anno 2001 wird der inzwischen zum Klassiker gewordene Silberling neu aufgelegt und mit zwei Bonustracks versehen. „Living Bad Dreams“ als – unverständlicherweise – unveröffentlichter Studiotrack und eine Liveversion von „Leather Rebel“. Metal-Hymnen wie „Painkiller“, „Hell Patrol“, Leather Rebel“ oder „Metal Meltdown“ sind heute jedem Heavy-Metaller ein Begriff. Es ist einfach ein Album für die Ewigkeit, das auch im 21. Jahrhundert und vielleicht darüber hinaus noch eines der härtesten, schnellsten und vor allem besten Alben aller Zeiten ist. Und ich würde hier wohl von vielen Fans gesteinigt werden, würde dieses göttliche Meisterwerk nicht die Höchstwertung erhalten. Wenn ich das nicht täte – ich könnte mir wohl nicht mehr in den Spiegel sehen.

Bewertung: 10 / 10

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