CD-Review: Marianas Rest - Fata Morgana

Besetzung

Jaakko Mäntymaa - Gesang
Nico Mänttäri - Gitarre
Harri Sunila - Gitarre
Niko Lindman - Bass
Nico Heininen - Schlagzeug
Aapo Koivisto - Keyboard

Tracklist

01. Sacrificial
02. Glow From The Edge
03. Pointless Tale
04. The Weight
05. Horrokseen
06. Fata Morgana
07. Advent Of Nihilism
08. South Of Vostok


Es ist fast schon zu klischeehaft, dass MARIANAS REST ausgerechnet melodischen Death Metal mit gewaltigem Doom-Einschlag spielen und man dann als Herkunftsland Finnland ausmacht. Andererseits könnte es passender nicht sein, denn der Sound erinnert an vielen Stellen sehr stark an Swallow The Sun oder auch weitere Landsmänner wie Ghost Brigade. Mit „Fata Morgana“ erschien nun das dritte Album der Band und man darf gespannt sein, wo sich MARIANAS REST damit einordnen.

„Fata Morgana“ befasst sich lyrisch vor allem mit den dunklen Abgründen der menschlichen Existenz sowie mit dem späten Bewusstwerden, dass viele Dinge im Leben oft nur Blendwerk oder Trugbilder sind. Ein Konzept also, dass durchaus Platz lässt für die Ambivalenz der genannten Erkenntnisse. Düstere und niederschmetternde Gefühle können ebenso eine Reaktion sein wie auch eine gewisse Erleichterung oder neu entstehende Hoffnung.
Und genau so präsentieren sich MARIANAS REST auch musikalisch auf ihrem dritten Longplayer. Vom ersten bis zum letzten Ton ziehen Aapo Koivisto (Omnium Gatherum), Jaakko Mäntymaa und ihre Kollegen den Hörer in eine düstere Klangwelt, die auch immer wieder Licht und somit Gefühle der Hoffnung hereinlässt. Während der gesamten Spielzeit kämpfen auf „Fata Morgana“ erdrückende, schwere Riff-Wände gegen feine Gitarren-Melodien, untermalt durch ausladende Synth- und Keyboardteppiche. Natürlich kreieren MARIANAS REST hier keinen neuen oder allzu eigenständigen Sound, setzen Altbewährtes aber gut um. Außerdem schafft es Sänger Jaakko Mäntymaa immer wieder, mit seiner starken Performance zu überzeugen. Egal ob düstere Growls oder auch vereinzelte kehlige oder heißere Schreie, ihm gelingt es ohne Mühe, die gewünschten Emotionen zu transportieren.
Die insgesamt acht Stücke des Langspielers wirken wie aus einem Guss und das ist zwangsläufig nicht nur positiv gemeint. Tempowechsel werden nur sehr dezent eingesetzt und so verliert sich „Fata Morgana“ oft zu sehr in seiner Tristesse. Die angesprochenen leichten Momente finden zwar Anklang und haben zumindest bei Songs wie „The Weight“ oder „South Of Vostok“ eine gewisse Wirkung, gehen aber insgesamt zu schnell unter. Mit dem Titeltrack „Fata Morgana“, welcher dezente Übergänge in den Post-Metal-Bereich aufzeigt und noch einige tolle Keyboard-Elemente enthält, und dem sehr düster gehaltenen „Advent Of Nihilism“ finden sich aber tatsächlich noch zwei weitere kleine Highlights auf dem Album.

Am Ende kann man festhalten, dass MARIANAS REST mit „Fata Morgana“ vor allem Fans von Swallow The Sun, Ghost Brigade und in gewissem Maße auch Insomnium ansprechen dürften. All jene also, die eine Vorliebe für melancholisch, düsteren Doom Metal haben.

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Bewertung: 7 / 10

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