CD-Review: Megadeth - Th1rt3en

Besetzung

Dave Mustaine – Gesang, Gitarre
Chris Broderick – Gitarre
David Ellefson – Bass
Shawn Drover – Schlagzeug

Tracklist

01. Sudden Death
02. Public Enemy No. 1
03. Whose Life (Is It Anyways?)
04. We the People
05. Guns, Drugs & Money
06. Never Dead
07. New World Order
08. Fast Lane
09. Black Swan
10. Wrecker
11. Millennium of the Blind
12. Deadly Nightshade
13. 13


Die Zahl 13 gilt in vielen Kulturen nicht gerade als Glückszahl, im Jahre 2011 verschreiben sich MEGADETH aber ganz der unheilvollen Ziffer. 13 Tracks auf dem 13. Album, ein Coverartwork mit 13 brennenden Kerzen und einer Wand, die sich vor draufgeschmierten Dreizehnen kaum noch retten kann und nicht zuletzt der Albumtitel „Th1rt3en“. Ja, an Triskaidekaphobie leiden Dave Mustaine und Co. wohl kaum. An musikalischer Unlust leiden sie aktuell auch definitiv nicht, „Th1rt3en“ ist bereits das dritte Album in den letzten fünf Jahren und der Vorgänger „Endgame“ wurde mit Lob nahezu überschüttet und gilt als bestes Album der Band seit den frühen 90ern.

Mit diesem Album kann man eine Rückkehr feiern, Mustaines langjähriger Freund und Mitgründer David Ellefson ist nämlich wieder dabei, nachdem er bei den drei Alben zwischen 2004 und 2009 nicht beteiligt war. Wie viel Einfluss auch immer er auf das Endprodukt gehabt hat, es hat ihm wohl nicht unbedingt gut getan, ist „Th1rt3en“ im Vergleich zum aggressiven Hammervorgänger „Endgame“ doch wesentlich gemäßigter und gebremster unterwegs. Schnelle Passagen gibt es selten, MEGADETH kehren eher in die rockigen Zeiten von „Countdown To Extinction“ oder „Youthanasia“ zurück und bewegen sich meist im Mid-Tempo. Zwar wird bei „Whose Life (Is It Anyways?)“ oder „Fast Lane“ schon mal kräftig nach vorne gethrasht, das bleibt aber eher die Ausnahme. Könnte schon sein, dass Mr. Mustaine inzwischen nicht mehr dermaßen schlechte Laune wie noch vor zwei Jahren hat oder mit inzwischen 50 Jahren etwas altersmüde wird, bringt dem Hörer aber auch nicht viel, wenn dafür viel der Energie aus der Musik weicht.

Nicht falsch verstehen, ein schlechtes Album ist „Th1rt3en“ absolut nicht. Das zeigt allein schon der Opener „Sudden Death“, in dem gefrickelt wird, was das Zeug hält, eine wahre Freude. Der charismatische Gesang von Mustaine hat sich nach wie vor nicht abgenutzt, der Wiedererkennungswert der Band ist nach wie vor absolut hoch. Melodien und Riffs kann er anscheinend auch noch mit Leichtigkeit aus dem Ärmel schütteln – er tut es aber einfach zu selten auf hohem Niveau und kann vor allem nach hinten raus die Spannung nicht mehr hochhalten. Ob „We The People“, „Guns, Drugs & Money“ oder „Millenium Of The Blind“, trotz aller technischen Klasse können mehrere Lieder nicht überzeugen und über den MEGADETH-Durchschnitt hinauszukommen.

Vielleicht würde „Th1rt3en“ ja besser abschneiden, wenn die starken Vorgängeralben „United Abominations“ und vor allem „Endgame“ nicht wären, aber sie sind halt nun mal und da kann der neue Streich nicht mithalten, auch wenn dieser ungewohnt eingängig ist und alle typischen Trademarks der Bay Area Thrasher inklusive einschmiegsamen Hooks und ins Ohr gehenden Refrains auffährt. Auch der Sound ist äußerst druckvoll und mächtig, eigentlich ist also alles da für ein freudiges MEGADETH-Hörerlebnis. Eigentlich aber halt nur, der Funke springt auch nach mehreren Durchgängen nicht so wirklich über. Reinhören ist für alle, denen MEGADETH taugt, aber sowieso Pflicht. Und vielleicht erreicht mich das Album auch nicht so recht, da mich schon „Countdown To Extinction“ und „Youthanasia“ nicht wirklich überzeugen konnten. Wenn ihr zu den Vielen gehört, die das ganz anders sehen, könntet ihr mit „Th1rt3en“ wohl doch glücklich werden.

Bewertung: 6 / 10

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