CD-Review: My Dying Bride - The Manuscript (EP)

Besetzung

Aaron Stainthorpe - Gesang
Andrew Craighan - Gitarre
Hamish Hamilton Glencross - Gitarre
Lena Abé - Bass
Shaun Macgowan - Violine, Keyboard

Tracklist

01. The Manuscript
02. Var Gud Over Er
03. A Pale Shroud Of Longing
04. Only Tears to Replace Her With


Nach dem letztjährigen, überraschend überzeugenden „A Map Of All Our Failures“ stehen die britischen Doomer MY DYING BRIDE schon wieder in den Startlöchern. Langsam gearbeitet haben sie eigentlich noch nie, dennoch ist eine EP nur ein halbes Jahr nach einem regulären Album ungewöhnlich. Tatsächlich wurden – welch Wunder – die Songs während der Sessions zum Album aufgenommen und für gut genug befunden, kurz darauf veröffentlicht zu werden.

Ein weiser Entschluss, denn die vier wie üblich teilweise sehr langen Songs auf „The Manuscript“ halten qualitativ locker mit „A Map Of All Our Failures“ mit. Traurig, schmachtend, sehnsuchtsvoll, man kann sicher jedes Adjektiv, welches in irgendeiner Art und Weise mit Melancholie assoziiert, in den Raum werfen und wird immer den richtigen Ton treffen. Wobei ich sagen muss, dass ich die Briten selten so angenehm depressiv erlebt habe, trotz allem Leid klingt die Musik nicht aufgesetzt, sondern ehrlich und authentisch. Geschwindigkeitsmäßig bleibt man hier im Gegensatz zum Album eher auf der Bremse, der Trend geht hier klar in Richtung Doom und somit trotz des insgesamt recht modernen Klangs auch wieder noch einen Schritt mehr in Richtung der Wurzeln. Natürlich gibt es auch ein paar Uptempo-Parts, vor allem „Var Gud Over Er“ sticht dabei heraus, dann gibt es aber auf der anderen Seite Akustikpassagen, die entfernt gar an die deutschen Folker Empyrium erinnern.

Wie immer bleibt bei solchen Veröffentlichungen die Frage nach Sinn und Unsinn. Hier muss ich ganz klar sagen, dass eine Anschaffung von „The Manuscript“ auf jeden Fall die richtige Entscheidung ist. MY DYING BRIDE liefern hier eines ihrer schönsten Outputs überhaupt ab, schade, dass wir das nicht auf der Langdistanz erleben können. Vermutlich hatte es konzeptuelle Gründe, warum gerade diese vier Songs nicht auf „A Map Of All Our Failures“ zu finden sind, verdient hätten sie es allesamt, ich lehne mich sogar so weit aus dem Fenster zu sagen: Jeder Song hier ist besser als jeder Song auf dem Album – aber das mag jeder für sich selber beurteilen…

Keine Wertung

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