Das Cover von "Year Of The Demon" von Night Demon

Review Night Demon – Year Of The Demon

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Heavy Metal

Die kalifornischen Retro-Metaller NIGHT DEMON avancierten bereits mit ihrem Debüt „Curse Of The Damned“ zu Szene-Lieblingen. Mit ausgiebigen Touren und ihrer zweiten Platte „Darkness Remains“ konnte die Truppe ihren so erworbenen Ruf als Bewahrer des wahren Stahls weiter festigen. 2020 hätte eigentlich das dritte Album folgen sollen, doch dann kam bekanntermaßen alles anders. Wie viele andere Bands mussten auch NIGHT DEMON einen Weg finden, den Stillstand zu kompensieren und entschieden sich, eine reihe an Vinyl-Singles zu veröffentlichen. Die sind nun gebündelt als „Year Of The Demon“ auch auf CD erhältlich.

Immerhin vier Songs aus eigener Feder haben NIGHT DEMON auf „Year Of The Demon“ untergebracht und die haben es in sich. Schon der nicht einmal dreiminütige Opener „Empires Fall“ überzeugt sofort mit starken Riffs und einem gelungenen Refrain und überrascht obendrein mit einem ruhigen Mittelteil. Das folgende „Kill The Pain“ fährt mit seinem treibenden Triolen-Groove sofort in den Taktfuß und in „Are You Out There“ huldigen die Kalifornier unüberhörbar Thin Lizzy.  In „Vysteria“ schließlich zeigt sich die Band ungewohnt rotzig bis punkig – für Abwechslung ist also gesorgt. Es fällt auf, dass die vier Nummern nicht alle konstant den gleichen Sound haben, was für solcherlei Compilations allerdings nicht ungewöhnlich ist, zumal das Material nicht in einem Aufwasch entstand.

Die Coverversionen funktionieren ebenfalls bestens, sind aber nicht wirklich originell: Bei Cirith Ungol spielt der Frontmann ohnehin Bass, der Iron-Maiden-Klassiker „Wasted Years“ wurde inzwischen vermutlich schon mehrfach zu Tode gespielt und auch Thin Lizzys „The Sun Goes Down“ hört man hier nicht zu ersten Mal. Der Fairness halber sei aber erwähnt, dass sich vor allem letztere Nummer dank der Sitmmlage von Frontmann Jarvis hervorragend in den Sound von NIGHT DEMON übertragen lässt. Das spannendste der drei Cover ist damit „Fast Bikes“ von LeGriffe, zumal jene obskure NWOBHM-Formation heute nur noch den Wenigsten ein Begriff sein dürfte und diese Nummer seit 1985 vermutlich von keiner Band mehr angegangen wurde.

Unter den Coverversionen finden sich auch zwei Nummern der Scorpions und die sind aus zweierlei Gründen besonders erwähnenswert: Erstens handelt es sich dabei um die beiden Songs „Top Of The Bill“ und „In Trance“ vom gleichnamigen Album von 1975. NIGHT DEMON haben also zwei Stücke abseits von „Rock You Like A Hurricane“ oder „Blackout“ gewählt, was durchaus einen gewissen Seltenheitswert hat. Zudem konnte die Truppe niemand Geringeren als Gitarrenlegende Uli Jon Roth als Gastmusiker gewinnen, der besagte Songs einst komponierte. Das ist nicht weniger als ein musikalischer Ritterschlag und sorgt natürlich für spannende Momente.

„Year Of The Demon“ ist eine typische Überbrückungsveröffentlichung, zusammengesetzt aus vorangegangenen Überbrückungsveröffentlichungen. Das macht die enthaltenen Songs an sich nicht schlechter, manch ein Fan von NIGHT DEMON hätte sich über ein vollwertiges neues Album aber vermutlich mehr gefreut. Das Zielpublikum wird hier von all jenen gebildet, die entweder keine der ursprünglich streng limitierten Vinyl-Singles ergattern konnten oder generell nicht beim aktuell um sich greifenden Schallplatten-Hype mitmachen wollen. Die können ihre Sammlung nun zum regulären Albumpreis vervollständigen und das geht absolut in Ordnung.

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