: Ov Hell - The Underworld Regime

Besetzung

Shagrath – Gesang
Ice Dale – Gitarre
Teloch – Gitarre
King ov Hell – Bass
Frost – Schlagzeug

Tracklist

01. Devil`s Harlot
02. Post Modern Sadist
03. Invoker
04. Perpetual Night
05. Ghosting
06. Acts Of Sin
07. Krigsatte Faner
08. Hill Norge


In einer Welt, die von Widersinnigkeiten, Überraschungen und Ungereimtheiten geprägt ist, ist es bisweilen einfach schön, zu sehen, dass es auch Konstanten gibt, auf die man sich verlassen kann. Da gründet der Hauptsongwriter der 2000-bis-2009er-Gorgoroth, King Ov Hell, mit Shagrath, seines Zeichens Sänger von Dimmu Borgir, ein Projekt, und dann klingt die Musik einfach nach Gorgoroth mit Dimmu Borgir. Geil. Doch alles der Reihe nach…

Bei der schlicht, aber nicht ganz ohne Witz nach dem Gründer benannte Formation OV HELL handelt es sich nach den, an Gaahls Abkehr vom schwarzmetallenen Lebensweg gescheiterten God Seed um den zweiten Versuch des Bassisten King, in der Szene nach dem Fiasko im Prozess um die Namensrechte an Gorgoroth wieder Fuß zu fassen. Neben bereits erwähntem Shagrath konnte King hierfür eine illustre Truppe gewinnen: Mit Ice Dale (u.A. Enslaved, I, Audrey Horne) und Norwegens wohl meistgebuchtem Livegitarristen, Teloch, an den Sechssaitern, sowie Schlagzeug-Hansdampf-in-allen-Gassen Frost (Satyricon, 1349) an den Drums tummelt sich hier das Who-Is-Who der norwegischen Szene – die Voraussetzungen könnten also kaum besser sein.
Bereits die ersten Töne des „The Underworld Regime“ betitelten Werkes erfüllen alle Erwartungen, in dem sie höchstens dadurch überraschen, wie sehr der Song Kings Kompositionen für Gorgoroth ähnelt: Wie vermutet könnten die Riffs auch von „Twilight Of The Idols“ stammen, und wie befürchtet irritiert die ungewohnte Kombination, hier nicht Gaahl fauchen zu hören, zunächst doch etwas. Glücklicherweise gibt sich beides mit der Zeit:
Wird das Album nach hinten hin musikalisch offener und vielseitiger, als Gorgoroth es je waren, ohne dabei an Härte und Aggression einzubüßen, gewöhnt man sich auch an Shagrath, dessen Stimme und Gesangsstil zwar nicht so hasserfüllt wie Gaahls aus den Boxen schallt, dennoch wohl über jeden Zweifel erhaben ist.
Auffällig, und, wenn ich ehrlich bin, nicht ganz mein Ding, ist die Verwendung zahlreicher Samples – seien es grollende Donner, heulende Wölfe oder prasselnde Flammen – welche in meinen Ohren nicht nur relativ überflüssig sind, sondern die ansonsten gelungen dunkle Atmosphäre bisweilen fast in den Düster-Kitsch abdriften lassen. Gleiches gilt für die Vielzahl an Effekten, mit der der Gesang auf Vielseitigkeit getrimmt wurde – auch hier wäre weniger manchmal mehr.
Bezüglich der Spielzeit hingegen wäre mehr manchmal mehr: Lässt man die Atmosphäre-Samples mal außen vor, kommt „The Underworld Regime“ gefühlt gerade mal so über die Halbstundenmarke – ein oder zwei weitere Tracks hätte man hier durchaus verkraften können.

Mit „The Underworld Regime“ liefert King Ov Hell ein durchaus gelungenes Zeugnis seiner kompositorischen Fertigkeiten ab und beweist auch bezüglich der Wahl der Mitstreiter ein gutes Händchen, so dass er es nun, nach den Niederlagen des letzten Jahres, doch noch zum unkündbaren Kommandant einer schlagkräftigen Truppe geschafft hat. Zwar kann „The Underworld Regime“ nicht in allen Belangen überzeugen und wird Hardlinern und Trve-Black Metallern, die schon Gorgoroth seit „Destroyer“ scheiße fanden, sicherlich aus genannten Gründen (und natürlich aus Prinzip) nicht gefallen – alle anderen, und natürlich ins Besondere Fans der Post-2000-Gorgoroth sowie Dimmu Borgir sollten auf jeden Fall mal reinhören: „The Underworld Regime“ macht Lust auf mehr, gerne auch im Live-Sektor.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: