CD-Review: Pink Floyd - The Endless River

  • Veröffentlichung: 2014
  • Label: Parlophone
  • Spielart: Rock
Besetzung

David Gilmour - Gesang, Gitarre, Keyboard
Nick Mason - Schlagzeug, Percussion
Richard Wright - Keyboard
Guy Pratt - Bass
Bob Ezrin - Bass
Jon Carin - Keyboard
Gilad Atzmon - Saxophon
Durga McBroom - Backgroundgesang
Louise Clare Marshal - Backgroundgesang
Sarah Brown - Backgroundgesang
Stephen Hawking - Digitale Stimme

Tracklist

01. Things Left Unsaid
02. It's What We Do
03. Ebb and Flow
04. Sum
05. Skins
06. Unsung
07. Anisina
08. The Lost Art of Conversation
09. On Noodle Street
10. Night Light
11. Allons-y (1)
12. Autumn '68
13. Allons-y (2)
14. Talkin Hawkin'
15. Calling
16. Eyes To Pearls
17. Surfacing
18. Louder Than Words


Eine Veröffentlichung unter dem Banner PINK FLOYDs konnte sich 20 Jahre nach dem letzten Album der Briten wohl kaum jemand vorstellen; jegliche Hoffnungen darauf schienen mit dem Tod Rick Wrights im September 2008 zunichte gemacht. Von einem neuen Album im eigentlichen Sinne zu reden, wäre denn auch verfehlt: „The Endless River“ besteht zum größten Teil aus Überbleibseln der Aufnahmesessions zu „The Division Bell“. Dennoch setzt es in seiner doppelten Funktion als Tribut an Rick Wright und zugleich letztes PINK-FLOYD-Album einen würdigen und zugleich musikalisch passenden Schlusspunkt unter das Schaffen einer einzigartigen Band.

Wie angesichts seiner Entstehung nicht anders zu vermuten, knüpft das Material deutlich an „The Division Bell“ an, fällt dabei aber noch eine ganze Ecke ruhiger aus als die ohnehin gemäßigten Klänge des 90er-Albums. Ebenfalls kaum überraschend ist, dass „The Endless River“ eher skizzenhaften Charakter hat und musikalische Horizonte zwar aufzeigt, aber kaum einmal erkundet; Songs mit oft nur zwei bis drei Minuten Länge bestätigen diesen Eindruck.
Dennoch brilliert „The Endless River“ in seiner Gesamtheit: Die entspannte Grundhaltung und der abgeklärte, würdevolle Charakter passen zu einem Abschiedsalbum, das sich nichts mehr beweisen muss: Die wie immer unverkennbar geschmackvollen Gitarrensounds Gilmours kennen die große Geste zwar noch, exerzieren sie aber nicht mehr durch. Wenn Nick Mason einmal sein Kit bearbeitet, dann immer nur kurzzeitig. Formen von Aggression und schlechter Stimmung finden sich höchstens in Ansätzen. Hier werden musikalisch keine neuen Wege beschritten, sondern in ruhiger Atmosphäre das eigene Schaffen in kleineren Reminiszenzen an frühere Platten rekapituliert. Dabei wird deutlich, dass es sich hier eben nicht um den Versuch Gilmours und Mason handelt, sich noch einmal auf großer Bühne zu inszenieren, sondern „The Endless River“ tatsächlich nicht zuletzt ein Denkmal an das Gründungsmitglied Wright ist, dessen kreativer Einfluss aus der Außenperspektive stets unterschätzt wurde und dessen Ideen hier noch einmal Platz zur Entfaltung bekommen: An ihrem 49. Geburtstag feiern sich PINK FLOYD vor allem selbst und tun gut daran, keine Experimente mehr zu wagen, die dem Club alter Herren, als den man das Line-Up ohne bösen Willen bezeichnen darf, wohl auch niemand so recht abgekauft hättte.

Als Einstieg in den musikalischen Kosmos der Briten eignet sich „The Endless River“ nicht; PINK FLOYD heben auch nicht zu einer letzten Großtat ab. Wer mit der Diskographie aber auch nur in Teilen vertraut ist, weiß, dass dies nicht mehr notwendig ist. Ein ambientlastiges, in seinen Grundzügen stets friedvolles Album ist wohl einzige musikalische Statement, das die Karriere einer der einflussreichsten Rockbands überhaupt angemessen komplettiert.

Bewertung: 7.5 / 10

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