Review Playgrounded – A Flower To Water

PLAYGROUNDED sind eine dieser Bands, die sich durch ihre Progressivität und zugleich die hohe atmosphärische Dichte ihrer Stücke erfolgreich jedem Trend entzogen haben. Zuletzt zeigten sie das mit dem vielseitigen „The Death Of Death“ von 2022, dessen Nachfolger „A Flower To Water“ jetzt in den Startlöchern steht. Auf den ersten Eindruck könnte man meinen, es hätte sich vom letzten zu diesem Album nur wenig verändert.

Vorweg kann man jedenfalls sagen – es ist alles beim Alten geblieben. Und das ist gut so. Denn bei der Musik der Formation geht es nicht etwa um maximal tanzbare Rhythmen, schrille Synthesizer und gleichförmige Modern-Metal-Riffs. Es geht um ein Gefühl. Und so eröffnet „A Flower…“ das neue Album der Band direkt mit einer einsamen Akustikgitarre, bevor sich die Synthesizer von Orestis Zafeiriou und der markige Gesang von Stavros Markonis anfügen. Es folgt ein langsamer Build-up hin zu schleppenden (Post-)Metal-Arrangements, die schnell an Dichte und somit Atmosphäre zunehmen.

Noch ein ganzes Stück dynamischer gibt sich dann das anschließende „Counting Embers“. Warum sich dieser Track herausragend als Single eignet, bleibt nicht lange unbeantwortet. Denn im Vergleich zum Vorgänger breschen PLAYGROUNDED hier zuerst ordentlich voran, ehe sie das Tempo auf einen Schlag reduzieren und verträumtem Gesang und Keyboardflächen Platz einräumen. Vor dieser Reduktion funktionieren die heftigen Riffs von Michael Kotsirakis und das progressive Drumming von Giorgos Pouliasis jedoch umso besser. Obendrauf kann man hier auch einwandfrei erkennen, wie viel dezente Elektro-Spielereien zum Gesamtbild eines Songs beitragen können.

Dieses gute Gespür für wirksame Synthetik in ihrem Sound beweist auch „Someone“. Ein langsames Stück, das hauptsächlich durch sphärische Klänge, sachte Schlagzeugspiel und jede Menge KATATONIA-Attitude um deren mittlere Schaffensphase überrascht. Natürlich kommt auch die Gitarrenfraktion nicht zu kurz, tritt jedoch erst während der letzten Minuten des Titels, dann jedoch mit aller Präsenz in den Vordergrund. Vorwiegend – und das ist wichtig zu wissen – geht es PLAYGROUNDED aber nicht darum, einen Brecher nach dem nächsten zu liefern. Vielmehr ist das Metal-Element eher eine Ergänzung, um in die ansonsten oft schwebenden Atmosphären etwas Wucht einfließen zu lassen, was ein Stück wie „Of Air And Metals“ ganz deutlich offenlegt.

Das abschließende „…To Water“ ist im Kontext des Vorherigen jetzt zwar nicht von so einer Schlagkraft wie „A Flower…“ oder „Counting Embers“, aber es passt weiterhin gut ins Bild. Auf über sieben Minuten entfaltet sich der Schlusspfiff nur langsam durch progressive Rhythmen, sanfte Synths und überwiegend dezentes Riffing. Damit offenbart sich aber auch ein klein wenig das Problem von „A Flower To Water“. Die Bestandteile der Musik von PLAYGROUNDED sind schnell erschlossen, und auf deren Grundlage entstehen auch schöne Stücke. Woran es dem neuen Album der Truppe aber zu oft fehlt, sind ordentliche Hooks, etwas, das im Nachgang dazu führt, den Repeat-Knopf zu drücken. Wenn PLAYGROUNDED in Sachen Eingängigkeit für die Zukunft auch nur einen Funken mehr Mut beweisen, ist die Formel ihres Schaffens aber absolut perfekt.

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Wertung: 7.5 / 10

Philipp Sorger

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