Das Cover von "With The Magic Of Windfyre Steel" von Power Paladin

Review Power Paladin – With The Magic Of Windfyre Steel

Mit Solstafir hat Island mindestens einen wichtigen Beitrag zum Metal geleistet, allerdings haben die heutigen Post-Rocker ihre Wurzeln im Black und Viking Metal – Power-Metal-Bands von Rang und Namen sucht man in dem nordeuropäischen Staat eher vergebens. Das soll sich nun ändern, denn mit POWER PALADIN hat sich eine vergleichsweise junge Band aus Reykjavik ebenjenen Sound auf die Fahnen geschrieben. Für ihr Debüt „With The Magic Of Windfyre Steel“ konnte sich die Truppe sodann einen Vertrag mit Atomic Fire Records, dem neuen Label von niemand Geringerem als Nuclear-Blast-Gründer Markus Staiger, sichern. Der Karrierestart von POWER PALADIN geht also unter den denkbar besten Bedingungen vonstatten.

Im Interview bezeichnet Gitarrist Ingi Þórisson „With The Magic Of Windfyre Steel“ als „eine Art Hommage an das Genre Power Metal“ und trifft damit den Nagel auf den Kopf: Auf ihrem Erstlingswerk verarbeiten POWER PALADIN so ziemlich alles, was das Genre ausmacht und haben damit nicht weniger als eine quintessenzielle Power-Metal-Platte geschaffen. Da ist natürlich zu jeder Zeit klar, wer die Isländer inspiriert und so liefert die Truppe mit rasanten Nummern wie „Righteous Fury“ Riffs und Melodien aus der Schule von Running Wild und Helloween. Diese Liste an norddeutschen Vorbildern ließe sich beliebig lange fortsetzen – in „Ride The Distant Storm“ oder „Way Of Kings“ sind beispielsweise noch Gamma Ray und Iron Savior als Vorbilder auszumachen.

Ähnlich wie bei den genannten Genre-Pionieren gibt es auch bei POWER PALADIN nicht nur Hochgeschwindigkeits-Stakkato und so findet sich mit Tracks wie dem Opener „Kraven The Hunter“ oder „Creatures Of The Night“ auch mal hymnischer Stadionrock mit nicht zu überhörender 80er-Schlagseite. Anhand der zahlreichen Vergleiche zu anderen Bands dürfte klar sein, dass auf „With The Magic Of Windfyre Steel“ nicht mit allzu viel Innovation zu rechnen ist – das liegt bei einer Hommage eben in der Natur der Sache. Und während die Truppe tatsächlich kein einziges Klischee auslässt und eben stets ihre Vorbilder geradezu monstranzhaft vor sich her trägt, hört man ihr doch auch an, wie viel Spaß sie in dieser Musik hat.

Jener Spaß macht sich in erster Linie anhand der enormen Spielfreude bemerkbar, die POWER PALADIN auf ihrem Debüt an den Tag legen. Trotz stets präsenter Keyboards ist „With The Magic Of Windfyre Steel“ ein energetisches und vor allem sehr gitarrenlastiges Album – hier punktet die Band durchweg mit starken Soli und mitreißenden Melodien. Gerade in den Refrains mögen die Songs oft ähnlich süßlich wie bei Dragonforce arrangiert sein, dank des Fokus auf die Gitarren und einer entsprechend wuchtigen Produktion rutschen POWER PALADIN dennoch nie zu weit in den Kitsch ab.

Mit „With The Magic Of Windfyre Steel“ liefern POWER PALADIN einen weiteren Beweis dafür, dass der traditionelle Power Metal nach europäischem Vorbild derzeit ein Comeback erlebt: Die Burschen aus Reykjavik huldigen in neun Songs so ziemlich allen großen Vertretern des Genres und haben hörbar Spaß dabei. Sonderlich individuell ist das freilich nicht, aber diese Musik wurde auch nicht erst gestern erfunden. Für Innovation werden diese Isländer im Laufe ihrer Karriere auch hoffentlich noch genug Zeit haben, auf ihrem Debüt beweisen sie erst einmal, dass sie wissen, wie Power Metal geht. Das Resultat ist ein energiegeladenes, eingängiges und doch nie schlagerhaftes Album, das jedem Fan der offenkundigen Vorbilder dieser Musiker ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürfte. Mission erfüllt.

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Wertung: 7.5 / 10

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