Interview mit Ingi Þórisson und Bjarni Þór Jóhannsson von Power Paladin

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Für die Isländer POWER PALADIN ging es zuletzt steil bergauf: Erst seit 2017 aktiv konnte sich die Truppe aus Reykjavik für ihr Debüt „With The Magic Of Windfyre Steel“ sogleich einen Vertrag mit Atomic Fire Records sichern. Zur Erinnerung: Das ist das Label, das Nuclear-Blast-Gründer Markus Staiger nach dem Verkauf seiner Anteile an der weltweit größten Heavy-Metal-Plattenfirma ins Leben gerufen hat. Die nordeuropäischen Newcomer konnten sich für ihr Erstlingswerk also mit absoluten Profis vernetzen, die Geschäft und Szene gleichermaßen in- und auswendig kennen. Aus gegebenem Anlass sprachen wir mit den beiden Gitarristen Ingi Þórisson und Bjarni Þór Jóhannsson.

Das Logo der Metal-Band Power Paladin

 

Hallo ihr Beiden und vielen Dank für eure Zeit! Wir leben in schwierigen Zeiten, denn auch nach zwei Jahren hat die COVID-19-Pandemie noch gravierende Auswirkungen auf das alltägliche Leben. Wie geht es euch?
Ingi: Gemessen an den Umständen geht es uns ziemlich gut! Hauptsächlich freuen wir uns über unser neues Album.
Bjarni: Wenigstens müssen wir nicht tatenlos rumsitzen. Der Medienrummel um unser neues Album ist viel größer, als wir erwartet haben – nicht, dass wir auch nur die geringste Vorstellung davon hatten, was uns erwartet. Im Moment haben wir also alle Hände voll zu tun, Interviews zu beantworten. Ich würde also sagen, dass es uns gut geht.

Das Cover von "With The Magic Of Windfyre Steel" von Power PaladinFür euer erstes Album konntet ihr euch einen Vertrag mit Atomic Fire Records, dem neuen Label von Nuclear-Blast-Gründer Markus Staiger, sichern. Wie kam es dazu?
Ingi: Wir haben das Album Þorsteinn Kolbeinsson, einem Freund der Band, gezeigt, als es Anfang 2021 fertig war. Er hat es an Markus Wosgien, der Atomic Fire mitgegründet hat, geschickt. Der wiederum meldete sich bei uns und sagte, dass es ihm ziemlich gefällt! Und so kam der Schneeball ins Rollen!

Wie ist das so, mit Atomic Fire Records zu arbeiten?
Ingi: Für uns ist es perfekt. Wir sind alle noch ziemlich grün hinter den Ohren und dort ist man immer absolut hilfsbereit, wenn es darum geht, uns zu führen und zu unterstützen. Außerdem arbeiten dort einfach nette Menschen, also gibt es wirklich nichts, was man nicht mögen könnte!

Zum Zeitpunkt dieses Interviews ist euer erstes Album „With The Magic Of Windfyre Steel“ schon erschienen. Was könnt ihr uns über die Platte erzählen?
Ingi: Es ist das Ende einer sehr langen Reise, die begonnen hat, ehe POWER PALADIN gegründet wurden. Für uns ist es eine Art Hommage an das Genre Power Metal. Wir alle sind schon lange Fans und in den letzten 15 Jahren haben wir immer mal wieder vergeblich versucht, eigene Bands zu starten. Jetzt haben wir es endlich geschafft und das fühlt sich toll an!

Wie liefen das Songwriting und die Aufnahmen zum Album ab?
Ingi: Das Songwriting läuft eigentlich immer nach dem gleichen Muster ab: Atli (Guðlaugsson, Gesang, Anm. d. Red.) oder ich haben eine Idee, die wir in einem Programm festhalten und dann an den Rest der Band schicken. Wenn es dann einen finalen Entwurf gibt, treffen wir uns zum Proben und nehmen weitere Veränderungen vor. Danach nehmen wir Demos auf und überarbeiten alles noch weiter. Das Album selbst wurde von Bjarni und mir in meiner Wohnung, seinem Büro und einer Hütte aufgenommen und dann von Haukur Hannes in den „Mastertape Studios“ gemischt.

Power Paladin Bandfoto2017 gegründet sind POWER PALADIN noch eine vergleichsweise junge Band und hier in Deutschland wissen wir noch nicht sehr viel über euch. Erzählt doch ein bisschen von eurer Bandgeschichte!
Bjarni: Im Grunde sind wir einfach ein paar Typen, die seit Jahren befreundet sind. Wir haben über die Jahre in verschiedenen Bands zusammengespielt und ursprünglich waren POWER PALADIN einfach eine davon. Wir wollten einfach Musik spielen und eine gute Zeit haben. Und jetzt kam alles ganz anders.

Ihr spielt traditionellen (europäischen) Power Metal, wie er erstmals in den 90ern aufkam. Würdet ihr sagen, dass dieses Genre gerade ein Comeback erlebt?
Ingi: Das ist eine gute Frage! Ich hoffe, dass es ein Comeback gibt – ich liebe all diese NWOTHM-Bands, die das wirklich voll ausleben und sogar versuchen, wie in den 80ern zu klingen. Was uns angeht, so glaube ich nicht, dass wir aktiv versucht haben, wie eine Band aus den 90ern zu klingen. Das liegt eher daran, dass wir in den 80ern und 90ern hängen geblieben sind.

Welche Bands und Stilrichtungen würdet ihr als eure größten Einflüsse nennen?
Ingi: Meine größten Vorbilder im Power Metal sind augenblicklich Symphony X, Rhapsody und Galneryus. Was Stilrichtungen angeht, so sind wir hauptsächlich vom traditionellen Metal und Power Metal und ein bisschen von dem symphonischen Zeug aus den 90ern beeinflusst.
Bjarni: Bei mir wären das Kamelot, Symphony X, Dream Theater, Pagan’s Mind, Avantasia, Masterplan und viele mehr. Außerdem höre ich ziemlich viel Glam Rock.

Hierzulande kennt man nicht allzu viele Bands aus Island. Wie steht es um die Szene in eurem Heimatland?
Ingi: Die ist ziemlich aktiv, aber es gibt in erster Linie Black Metal und ein bisschen Death Metal. Aber wenn man bedenkt, wie gering unsere Bevölkerungsdichte ist, haben wir schon sehr viel Qualität in der Metal-Szene. Man muss sich nur mal Bands wie Misþyrming, Ophidian I oder Cult Of Lilith anhören, um das zu merken!

Hoffentlich wird es bald wieder regelmäßig Konzerte geben. Macht ihr bereits Tourpläne und werden wir euch bald in Deutschland sehen?
Ingi: Wir machen bisher noch keine Pläne. In diesen unsicheren Zeiten ist das auch sehr schwer, aber wir haben Hoffnung!

Vielen Dank für dieses Interview! Lasst uns zum Abschluss noch etwas Brainstorming betreiben. Was fällt euch spontan zu den folgenden Begriffen ein?
Dungeons & Dragons:
Ingi: Großartig, aber leider habe ich selbst nie gespielt.
Bjarni: W20.
Rhapsody:
Ingi: Christopher Lee und tolle Haare!
Bjarni: Dawn Of Victory
Musik-Business:
Ingi: Das Team von Atomic Fire Records.
Bjarni: Was er gesagt hat.
Festivalsommer:
Beide: Wacken!
POWER PALADIN in zehn Jahren:
Beide: Wacken!

Ein Foto der Band Power Paladin

Dieses Interview wurde per E-Mail geführt.
Zur besseren Lesbarkeit wurden Smilies ersetzt.

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