CD-Review: Realms Of Odoric - Third Age

Besetzung

Arkadius Antonik – Kompositionen, Perkussion
Kris Verwimp – Artwork, Konzept

Gastmusiker:
Catalina Popa – Flöte
Nils Broß – Irische Flöte
Denise Hofstötter – Oboe
Benjamin Zimmermann – Klarinette
Bernhard Mahlmeister – Horn
Elias Liebaug – Posaune
Gaby Koss – Sopranogesang
Laurie Ann Haus – Gesang
Tina Stabel – Erzählerstimme
Sascha Aßbach – Bassgesang
Michael Firmont – Kompositionen
L. Wilhelm – Geige
Alexey Mester – Geige
Shir-Ran Yinon – Viola, Violine
Eva Broenner – Cello
Gabrielle Weigel – Keltische Harfe

Tracklist

01. Odoaric Overture
02. The Cimbric Metropolis
03. Interstellar Wanderings
04. Arma’s Demise
05. Ride Of The Monoliths
06. Aenea’s Fight
07. Powering The Grid
08. Sacred Son
09. The Quickening
10. Final Audience
11. Arruns
12. The Coming Scourge
13. Last Preparations
14. Darkanakrad
15. Activating The Snakehenge
16. The End Of All
17. Life
18. Dawn Of The Shadow Age


Ein schön gestaltetes Artwork kann die Neugier auf ein Album beflügeln, den Wiedererkennungswert einer Platte festigen und in Kombination mit der Musik sogar ein Gesamtkonzept bilden. Im Fall von REALMS OF ODORIC ist die visuelle Komponente sogar ein integraler Bestandteil des Projekts, handelt es sich dabei doch um die Kollaboration des deutschen Musikers Arkadius Antonik und des belgischen Comiczeichners Kris Verwimp, der bereits zahlreiche Metal-Alben mit seinen eigens kreierten Bildern visualisiert hat. Mit „Third Age“ legen REALMS OF ODORIC zum dritten Mal eine Full-Length-Platte zur Vertonung von Verwimps selbsterdachter Fantasy-Geschichte vor, wobei das Duo sich in puncto Umfang abermals gesteigert hat: Beinahe einhundert Seiten umfasst das dazugehörige Artbook und die Anzahl der Gastmusiker aus dem Klassik- und Symphonic-Sektor wurde ebenfalls deutlich erhöht.

Der einzige Punkt, an dem REALMS OF ODORIC im Vergleich zum Vorgängeralbum nicht zugelegt haben, ist die Orchestrierung: Waren auf „Second Age“ immerhin zwei Stücke mit einem mehrköpfigen Ensemble aufgenommen worden, so begnügt man sich hier mit den Beiträgen der einzelnen Gastmusiker, was sich bereits an dem Intro „Odoaric Overture“ zeigt – einer (nicht allzu überragenden) Variation des beinahe gleichnamigen Eröffnungstracks des zweiten Albums. An instrumentaler Vielfalt herrscht hier jedoch keineswegs ein Mangel. Entsprechend dem jeweiligen Teil der Handlung, der untermalt wird, kommen unter anderem von Kummer erfüllte Streicher, pompöse Blechbläser, quirlige Klarinetten, friedvolle Flöten, zarte Harfen und epische Chöre zum Einsatz.

In dieser Hinsicht demonstrieren REALMS OF ODORIC gleich zu Beginn auf „The Cimbric Metropolis“ ihr Geschick, Bilder und Töne ineinandergreifen zu lassen – insbesondere aufgrund der mächtigen Bläser fühlt man sich direkt in eine futuristische, Ehrfurcht gebietende Megastadt versetzt. Das schreckliche Verderben, welches sich auf „The Coming Scourge“ mit drohenden Streichern und Bläsern ankündigt, kann man geradezu bildlich vor sich sehen und auch das Gefühl des Anbruchs eines neuen, verheißungsvollen Morgens im abschließenden „Dawn Of The Shadow Age“ hätten REALMS OF ODORIC nicht passender vermitteln können.

Zwischen diesen Höhepunkten scheint Antonik beim Komponieren jedoch allzu oft den Faden verloren zu haben. Die abrupten Umbrüche zwischen den sanften und intensiven Parts kommen oft ohne ersichtlichen Grund aus dem Nichts und ein beträchtlicher Teil der gut einstündigen Platte vergeht, ohne einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Bezüglich der Produktion wurden außerdem einige fragwürdige Entscheidungen getroffen, sodass beispielsweise die Streicher oft zu aufdringlich und dadurch schwülstig klingen.

Der Aufwand, den REALMS OF ODORIC auf sich genommen haben, um „Third Age“ umzusetzen, ist bemerkenswert: Verwimp hat mit seinen kunstvollen Illustrationen im dazugehörigen Bildband wieder hervorragende Arbeit geleistet, die Gastmusiker haben ihre Instrumente akkurat eingespielt und in einigen Stücken ist es Antonik wirklich gut gelungen, sie aufeinander abzustimmen und damit einen wunderbaren Soundtrack zu dem im Artbook gezeigten Epos zu kreieren. Allerdings hat sich das Verhältnis von Vorzeigesongs und verzichtbarem Filler-Material im Vergleich zur Vorgängerplatte leider eindeutig in Richtung des letzteren bewegt – beeindruckende oder berührende Momente sind auf „Third Age“ eher rar gesät. Folglich haben REALMS OF ODORIC hiermit ein zwar technisch einwandfreies, inhaltlich jedoch bedauerlicherweise eher uninteressantes Album geschaffen.

Bewertung: 6 / 10

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