Das Cover von "Rise To The Light" von Sceptor

Review Sceptor – Rise To The Light

  • Label: Pure Steel
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Heavy Metal

Die deutsch-amerikanischen Metaller SCEPTOR sind alles andere als Neulinge, wurde die Band doch schon 2009 gegründet – bekannt sind sie dennoch kaum, was auch daran liegt, dass die Truppe seit ihrem Debüt „Take Command!“ (2012) rein gar nichts mehr von sich hat hören lassen und zwischenzeitlich sogar aufgelöst war. Das soll sich nun ändern, denn bei SCEPTOR weht spürbar frischer Wind: Neuerlich bei den Underground-Spezialisten Pure Steel unter Vertrag hat die Band neben Ur-Sänger Bob Mitchell (u. a. Attacker, Savior From Anger) unlängst den ehemaligen Hammer-King-Bassisten K.K. Basement sowie Drummer Florian Bodenheimer an Bord geholt. Mit dieser runderneuerten Mannschaft wurde sodann das zweite Album „Rise To The Light“ aufgenommen, mit dem SCEPTOR nun den nächsten Karriereschritt wagen.

Nach dem ruhigen Intro „Past Reflections“ entpuppen sich SCEPTOR als überraschend „amerikanische“ Metal-Band, die so gar nicht nach dem hierzulande üblichen Teutonenstahl klingt. Songs wie „Crown Of Nails“, „Dissension“ oder „Spartacus“ orientieren sich mit wuchtigen Riffs, schneidendem Stakkato und großen Refrains klar am typischen US-Metal der 80er. Zusammen mit dem markanten Gesang von Frontmann Bob Mitchell trägt das tatsächlich Züge seiner Ex-Band Attacker, erinnert aber auch an die weniger vertrackten Momente der Genre-Prominenz Helstar.

Dabei fällt auf, dass SCEPTOR in ihren Songs auf viel Theatralik und Pathos setzen, dank der erwähnt kantigen Riffs und eines ziemlich sägenden Gitarrensounds gelingt es der Truppe aber, den Kitsch weithin außen vor zu lassen. Wie nicht zuletzt treibende Nummern wie „The Curse Of Orlac“ oder „Beyond The Unknown“ und das epische „Armour Black“ zeigen, beweist die Band dabei ein Gespür für starke Melodien, was sich vor allem in den Leadgitarren bemerkbar macht. Zusammen mit den durchschlagskräftigen Riffs ergibt das größtenteils mitreißende US-Metal-Hymnen, die jeden Fan des Genres zufriedenstellen dürften.

Weil man die Musik auf „Rise To The Light“ mit so ziemlich jeder anderen US-Metal-Band von Attacker bis Zandelle vergleichen kann, ist klar, dass SCEPTOR nicht unbedingt mit Innovation punkten. Tatsächlich sind Riffs, Harmonien und Songstrukturen hier größtenteils altbekannt – von den ab und an progressiveren Tönen im Titeltrack mal abgesehen. Nun hat man es hier aber mit einer Band zu tun, die sich zumindest im Vergleich mit der einheimische Szene dadurch abhebt, dass sie auf den traditionellen amerikanischen Sound setzt und das ist durchaus ein Alleinstellungsmerkmal.

SCEPTOR ist mit „Rise To The Light“ ein starkes Album gelungen, dank dem einer erfolgreichen Rückkehr nichts im Wege stehen sollte. Zwar folgt die Truppe hier bis ins letzte Detail den altbekannten Regeln ihrer Musikrichtung, langweilig ist die Platte aber dennoch nicht. Das liegt vor allem daran, dass SCEPTOR sich anders als viele andere Bands aus Deutschland wie eine „echte“ US-Metal-Band anhören und diese Nische ist abgesehen von Scanner noch unbesetzt. Somit ist „Rise To The Light“ zwar kein innovatives, aber doch ein stimmiges und damit rundum gelungenes Album, das traditionsbewussen Metalfans von Anfang bis Ende Spaß machen wird.

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Wertung: 7.5 / 10

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