: Sear Bliss - Eternal Recurrence

Besetzung

András Nagy – Gesang, Bass, Keyboard
Csaba Csejtey – Gitarre
János Barbarics – Gitarre
Olivér Ziskó – Schlagzeug
Balázs Bruszel – Trompete, Keyboard

Tracklist

01. The Eternal Quest
02. Ballad Of The Shipwrecked
03. Great Cosmic Disorder
04. A Lost Cause
05. The New Era Of Darkness
06. There’s No Shadow without Light
07. Entering The Seventh Gate


Black-Metal-Bands, die ein Blechblasinstrument stimmig in ihre Musik einzuflechten vermögen, gibt es wenige. Ganz vorne mit dabei sind SEAR BLISS – man denke bloß an das mehr als epische „A Deathly Illusion“ vom letzten Album „The Arcane Odyssey“.

Wer jedoch auch auf dem neuen Album „Eternal Recurrence“ solche Epik erwartet, wird zunächst enttäuscht sein:  Tracks dieser Art finden sich auf dem Album eher selten. Statt dessen gehen SEAR BLISS diesmal deutlich subtiler, um nicht zu sagen avantgardistischer zu Werke. Bereits der Opener, „The Eternal Quest“, kann in einem Interlude mit einem fast jazzigen Einsatz der Bläser, von einem schönen Basslauf begleitet, aufwarten, und auch wenn hier noch ein majestätischer „Trompeten-Refrain“ auftaucht, ist dieser definitiv ein rarer Vertreter seiner Art.

Bereits „Ballad Of The Shipwrecked“ setzt mehr denn je auf eine progressive Atmosphäre: Leicht verquere Riffs wechseln sich mit schönen Cleanpassagen ab, ebenso wechselt sich relativ gemäßigter Schreigesang mit Klargesang ab, welcher merklich an Ved Buens Ende erinnert. Die Trompete hingegen hält sich dezent im Hintergrund, um jedoch dann, wenn es darauf ankommt, kurz zum Vorschein zu kommen und den Sound, ohne sich aufzudrängen, unauffällig, aber im Effekt wirkungsvoll zu bereichern.

Allgemein ist eher der an mehreren Stellen auftauchende Klargesang das charakteristische Merkmal, das sich einem roten Faden gleich durch das Album zieht. Zusammengehalten wird das Ganze dabei durch eine Unzahl an Soundsamples, welche quasi jeden Song beenden, aber auch innerhalb der Songs gerne Verwendung finden – Geschmackssache, klar, zumindest aber so gut gemacht, dass es nicht billig klingt.

Ganz einfach macht es „Eternal Recurrence“ dem Hörer, wie vielleicht schon zwischen den Zeilen herauszulesen war, nicht, sind die Riff-Arrangements mitunter doch recht sperrig und erschließen sich auch nach mehrmaligem Hören nur schwer – ein krasser Kontrast zum Vorgänger, welcher ja eher durch Ohrwurmlastigkeit (erneut sei hier „A Deathly Illusion“ genannt) zu überzeugen wusste.

Statt die Trompete als prädestiniertes Alleinstellungsmerkmal weiter auszubauen, setzen SEAR BLISS, wie schon das etwas ulvereske Artwork andeutet, auf ihrem neuesten Langspieler alles auf die Karte der Avantgarde-Einflüsse: Hinter diesen ordnet sich der Blechbläser brav in das Gesamtkonzept ein und übernimmt so eine weniger tragende Rolle als man vielleicht erwartet hätte. Das mag zunächst überraschen … hat man sich damit abgefunden, entpuppt sich das Resultat jedoch als in sich stimmige Melange abgefahrener Kompositionen mit Elementen traditionellen Black Metals. Auf den ersten Hördurchgang mag das vielleicht nicht gleich zünden. Auf lange Sicht erweist es sich jedoch als die spannendere Lösung. Denn wo sich eingängige, epische Nummern tothören, dürfte „Eternal Recurrence“ mit der Zeit eher wachsen.

Bewertung: 8 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: