CD-Review: Sear Bliss - Letters From The Edge

Besetzung

András Nagy – Gesang, Bass, Keyboards
Attila Kovács – Gitarre
Zoltán Vigh – Gitarre
Gyula Csejtey – Schlagzeug
Zoltán Pál – Posaune

Tracklist

01. Crossing The Frozen River
02. Forbidden Doors
03. Seven Springs
04. A Mirror In The Forest
05. Abandoned Peaks
06. Haven
07. The Main Devide
08. Leaving Forever Land
09. At The Banks Of Lethe
10. Shroud


Sucht man nach Beispielen für Bands, die sich treu bleiben, ohne sich selbst zu wiederholen, sind die Ungarn von SEAR BLISS immer ein gutes Beispiel: Seit 1993 aktiv, haben die Ungarn um Bandkopf András Nagy nunmehr sieben Alben veröffentlicht, die nicht nur wegen des Markenzeichens der Band – der Posaune – allesamt unverkennbar nach SEAR BLISS und doch jedes für sich einzigartig klingen.

Mit dem achten Full-Length, „Letters From The Edge“, setzen SEAR BLISS diesen Weg sechs Jahre nach „Eternal Recurrence“ unbeirrt fort: In volleren Sound denn je verpackt, erwartet den Hörer die wohl vielseitigste Musik, die man von SEAR BLISS bislang zu hören bekommen hat – und doch klingen SEAR BLISS auch 2018 unverwechselbar.

Dafür sorgt gleich zu Beginn im schleppenden „Forbidden Doors“ die düster-epische Posaune, die auch im weiteren Verlauf des Albums immer wieder hervorgeholt wird. Doch „Letters From The Edge“ ist weit mehr als „Black Metal mit Posaune“: Epischen Hymnen wie „Seven Springs“, das fast schon kitschigen Pianos kraftvolle Riffs im Stil von Pantheon I entgegensetzt, treffen auf düstere Melancholie („Abandoned Peaks“), die in verspielten Cleangitarren ebenso Ausdruck findet wie in flächigen Synthesizern und kraftvollen („The Main Divide“), bisweilen fast rohen („Leaving Forever Land“) Black Metal. Seine Krönung findet die nun zelebrierte Vielfalt im finalen „Shroud“, in dem András Nagy von starken Riffs mit Screams über geschwungene Lead- und Cleanmelodien bis hin zu von Posaune gestütztem Klargesang noch einmal sämtliche Register zieht.

Die tiefschwarze Atmosphäre eines „The Arcane Odyssey“ lässt sich mit diesem bunten Stilmix natürlich nicht heraufbeschwören. Der Tausch der schroffen Düsternis gegen eine stark erweiterte stilistische Bandbreite, der sich bereits auf „Eternal Recurrence“ angedeutet hatte, ist jedoch zumindest für aufgeschlossene Fans durchaus fair: Schlussendlich war in Sachen Black Metal mit dem grandiosen 2007er-Werk auch schlicht alles gesagt.

„Letters From The Edge“ gehört zu den Alben, bei denen das Cover schon viel über die Musik verrät: Hinter dem düsteren, expressionistischen Gemälde dürfte wohl niemand „gewöhnlichen“ Black Metal erwarten. Gerade deswegen passt das Bild perfekt zur gebotenen Musik: Experimentell, aber nicht gekünstelt avantgardistisch, vielseitig, aber nicht zerfahren, bleiben sich SEAR BLISS treu und präsentieren sich doch zugleich einmal mehr von einer ganz neuen Seite. Genau, wie man es von SEAR BLISS gewohnt ist.

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Bewertung: 8.5 / 10

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